Landammann Daniel Fässler hört auf

Daniel Fässler erklärt seinen Rücktritt aus der Innerrhoder Regierung.
Daniel Fässler erklärt seinen Rücktritt aus der Innerrhoder Regierung. © Keystone/Thomas Delley
Vor wenigen Wochen verzichtete der Innerrhoder Landammann Daniel Fässler (CVP) «aus Überzeugung» auf eine Bundesratskandidatur – nun tritt der 58-Jährige aus der Innerrhoder Regierung zurück.

Daniel Fässler gibt bekannt, dass er auf die Landsgemeinde vom 28. April 2019 als Landammann zurücktreten werde. «Es war eine schöne und anspruchsvolle Aufgabe. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt zum Aufhören. Bis 2023 zu verlängern, wäre mir zu lang gewesen», sagt der Appenzeller auf Anfrage.

Vor zehn Jahren war der 58-Jährige zum Landammann gewählt worden. Fässler stand in dieser Funktion dem Volkswirtschaftsdepartement vor. Zuvor war er von 1999 bis 2004 Mitglied des Appenzeller Bezirksgerichtes, zwischen 2004 bis 2008 arbeitete er beim Kantonsgericht.

Wichtigeres als Bundesratskandidatur

Nach dem Rücktritt von Bundesrätin Doris Leuthard (CVP) war Fässler als möglicher Nachfolger gehandelt worden. Der Landammann verzichtete jedoch auf eine Kandidatur. «Es gibt anderes in meinem Leben, das mir sehr wichtig ist. Ich habe deshalb aus Überzeugung entschieden, auf eine Kandidatur zu verzichten», sagte er Mitte Oktober im Interview mit FM1Today.

Bei der «Nicht-Bundesratskandidatur» habe er schon längst gewusst, dass er auch als Landammann aufhöre, sagt Fässler. «Das war kommunikativ nicht ganz einfach.» Ihm sei seit längerer Zeit klar, dass er mehr Zeit für die Familie und sich persönlich brauche und sich auf die nationalen Aufgaben konzentrieren wolle. Daniel Fässler ist schweizweit der einzige Politiker mit einem Mandat im Nationalrat und einer Kantonsregierung.

Belastung wegen Doppelmandats

«Meine Frau befürchtet schon, dass meine freigewordene Zeit schnell wieder aufgefüllt sein wird», witzelt der 58-Jährige, «vielleicht hat sie damit recht». Insbesondere, seit er 2011 Nationalrat wurde, sei die Belastung sehr hoch gewesen. «Ich hatte kaum Zeit für Hobbys.»

Fässler ist überzeugt, «einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger den Stab mit sehr gutem Gewissen übergeben zu können». Der Kanton Appenzell Innerrhoden und das Volkswirtschaftsdepartement seien bestens aufgestellt.

(lag)


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