Das Aus für Funken und Feuerwerk?

Der Turnverein hat für den 1. August ein Ersatzprogramm.
Der Turnverein hat für den 1. August ein Ersatzprogramm. © zVg.
Seit Jahren gehören sie am 1. August zur Stadt St.Gallen: Der Funken auf dem Freudenberg und das Feuerwerk im Demuttal. Dieses Jahr stehen beide Anlässe auf der Kippe.

Seit sieben Jahren bereits führt die junge Truppe des Turnvereins St.Georgen die Tradition des 1.-August-Funkens auf dem Freudenberg weiter. Abgesagt werden musste der Anlass bislang noch nie. Das dürfte sich allerdings dieses Jahr ändern. Im Kanton St.Gallen besteht erhebliche Feuergefahr. Feuer im Wald und in Waldesnähe sind daher untersagt. OK-Chef des 1.-August-Funkens, Xaver Brülisauer, lässt sich allerdings davon noch nicht entmutigen: «Wir sind noch immer zuversichtlich, dass der Funken auch dieses Jahr brennen kann.»

«1. August ohne Funken ist nicht das gleiche»

Träte das schlecht möglichste Szenario tatsächlich ein, rechnet Brülisauer und der Turnverein St.Georgen allerdings nicht mit grösseren Einbussen: «Klar, wenn der Funken steht, und wir ihn wieder abbauen und entsorgen müssen, entstehen kleinere Mehrkosten.» Müsste er gar nicht aufgestellt werden, wäre das keine Tragödie: «Dann haben wir weniger zu tun. Unsere Jungs haben jeweils eine ziemliche ‘Büez’.» Und trotzdem: Ein erster August ohne Funken sei nicht das gleiche.

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Weniger Gäste erwartet Brülisauer trotz fehlendem Funken nicht: «Die Leute kommen auf den Freudenberg, weil es dort oben ein schönes Fest gibt. Ein paar Kinder könnten vielleicht enttäuscht sein, weil der grosse Funken nicht brennt», sagt Brülisauer und lacht. Auch ohne Funken sei für gute Laune gesorgt. Eine Festwirtschaft sorgt für Verpflegung, sportliche Betätigung gibt es in Form von Steinstossen. Die Mitglieder des Turnvereins St.Georgen hoffen indes auf unvermittelten Regen vor dem Nationalfeiertag, sodass das grosse «Höhenfeuer» doch noch lodern kann.

«1. August auch mal ruhig angehen»

Bereits abgesagt wurde das traditionelle Feuerwerk am Fusse der Beckenhalde im St.Galler Demuttal. Organisator Claudio Zulian ist aber nicht enttäuscht: «Es bringt nichts, jetzt enttäuscht zu sein. Ich finde es zudem wichtig, dass es diese Regeln gibt, zumal die Feuergefahr am 1. August zusätzlich erhöht ist.» Zulian und sein Feuerwerkspartner Tobias Gabathuler haben jedes Jahr einen ziemlichen Aufwand, das Feuerwerk vorzubereiten und in den Himmel zu schiessen: «Somit sind wir für einmal auch froh, den ersten August ein bisschen ruhiger zu verbringen.»

Das Feuerwerk im Demuttal 2017

Vorbereitungen haben die beiden allerdings schon getroffen, als die Wetterlage noch nicht derart prekär war: «Material und Feuerwerkskörper wurden bereits gekauft. Ich habe ausserdem schon angefangen, Musik zu planen und die Zünder zu programmieren.» Finanzielle Einbussen beschert der diesjährige Ausfall den beiden keinen: «Das Feuerwerk können wir komplett einlagern und entweder am Silvester oder aber am nächsten 1. August wieder einsetzen.»

(saz)


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