Das beste Bürli kommt aus St.Gallen

Urs Lichtensteiger mit seinem Paradeprodukt, dem Handbürli.
Urs Lichtensteiger mit seinem Paradeprodukt, dem Handbürli. © zVg
Dass das St.Galler «Handbürli» kulinarisch ganz oben im Backwarenspektrum mitspielt, war klar. Jetzt ist es aber auch offiziell. Das beste Bürli der Schweiz kommt nämlich aus St.Gallen.

Es knackt laut, wenn man das faustgrosse Brot zerdrückt, Brosamen spicken in alle Richtungen davon, Mehl stäubt und rieselt langsam zu Boden. Das Bürli ist einer der Klassiker in der Welt des Schweizer Brots. Kaum eine Backware ist so simpel gehalten wie das Bürli. Und doch kann man bei dessen Herstellung einiges falsch machen. Das weiche Brot im Innern kann zu feucht oder zu trocken, die Rinde zu wenig knusprig, der Geschmack zu wenig voll sein. Doch es gibt jemanden, der hat bei seinen Bürli alles richtig gemacht. Der St.Galler Urs Lichtensteiger bäckt das beste Bürli der Schweiz.

«Freude und auch ein bisschen stolz»

Der Chef der «Genussbäckerei Lichtensteiger» hat mit seinen «Original St.Galler Handbürli Culinarium» an der Swiss Baker Trophy die Goldmedaille erreicht. «Wir fühlen uns grossartig. Wir haben riesige Freude und sind auch ein bisschen stolz. Lange haben wir daran gearbeitet, jetzt durften wir diesen Preis erobern», sagt der 45-jährige Bäcker. Es gebe vieles, was ein gutes Bürli ausmacht.

Die Zeit, die Zeit

Ein Faktor stehe aber über allen anderen: «Die Zeit. Die Zeit ist das wichtigste Kriterium. Bis ein Bürli bei uns den Ofen verlässt, vergehen 28 Stunden. Wir sind felsenfest davon überzeugt, dass die Zeit bei Lebensmitteln der wichtigste Qualitätsfaktor ist.» Ausserdem seien Top-Rohmaterialien für ein gelungenes Bürli unabdingbar: «Wir haben ein Mehl, das ausschliesslich für uns hergestellt wird.» Hinzu kämen nur noch Hefe, Wasser und Salz. «Fertig.»

«Hören Sie das? Der Hammer»

Die Leidenschaft ist dem 45-jährigen Bäckermeister anzuhören und anzusehen. Als er während des Interviews ein Bürli zerdrückt und die vertrauten, lauten Knacktöne erklingen, strahlt er über das ganze Gesicht und sagt: «Hören Sie das? Der Hammer.» Für Lichtensteiger hat die Goldmedaille aber noch einen ganz anderen Wert: «Das Bürli ist – wenn man das so sagen darf – ein eher brachiales, klassisches Produkt.» Es komme direkt aus der Tagesproduktion und sei eben nicht das gleiche wie ein spezielles Praliné. «Beim Praliné kann man sagen: Wir mischen jetzt mal Raucharoma mit Sonnenblumenkernen und Himbeeren. Vergleichen kann das dann niemand mehr.» Umso mehr freue es ihn, dass er mit dem Bürli die Goldmedaille gewonnen hat und sich somit abzuheben vermag.

Schon mehrere Medaillen

Lichtensteiger hat mit seinem Gebäck schon mehrere Medaillen eingeheimst und ist kein unbekannter Player auf dem Gebiet. Unter anderem gab es für seine Eigenkreation «Cannoli di Grappa» oder für Amaretti mit Kirschbuttercreme je eine Goldmedaille. Ferner gewann er mit den Flawiler Schoggi-Gipfel eine Silbermedaille und für eine Torta di Grappa Piemontese gab es die Bronzemedaille. «Mit der Goldmedaille für unsere Handbürli sind wir aber definitiv auf dem obersten Treppchen angekommen», schwärmt Lichtensteiger und strahlt.

Urs Lichtensteiger führt die Genussbäckerei Lichtensteiger in St.Gallen in der dritten Generation. Seine Grosseltern starteten die Bäckerei ursprünglich in Zuzwil, die Eltern zogen später nach Flawil. Vor sechs Jahren expandierte die Bäckerei nach St.Gallen und übernahm die Stadtbäckerei «Al Forno». Seither wird in St.Gallen-Bruggen produziert. Die Genussbäckerei Lichtensteiger ist spezialisiert auf Bäckereiprodukte und Snacks / Take-Away, sowie Feinbäckerei- und Konditoreiprodukte.

Urs Lichtensteiger mit einem Haufen Bürli. Damit hat er die Goldmedaille der Swiss Baker Trophy gewonnen.

(saz)

 

 

 

 

 


Newsletter abonnieren
12Kommentare
noch 500 Zeichen

HTML-Version von diesem Artikel