«Das ist eine Riesenkatastrophe»

Die Alternative zum Lift am Rorschacher Bahnhof ist steil und anstrengend.
Die Alternative zum Lift am Rorschacher Bahnhof ist steil und anstrengend. © Tagblatt/Ralph Ribi
Der Lift am Rorschacher Hauptbahnhof ist derzeit nicht in Betrieb – schon wieder nicht. Passanten müssen 126 Treppenstufen überwinden, oder einen steilen Umweg gehen. Das ärgert viele. Auch die Stadt ist nicht begeistert.

Ein älterer Herr schleppt sich angestrengt an Krücken den gepflasterten Weg südlich des Rorschacher Hauptbahnhofs hinauf. Normalerweise würde er den Lift benutzen, sagt er, doch der funktioniere ja schon wieder nicht. Tatsächlich ist es das zweite Mal innert kurzer Zeit, dass der Lift ausfällt. Das letzte Mal war das im Dezember der Fall. Gar eine Pause einlegen muss eine ältere Dame mit Fahrrad. «Für mich ist es eine Riesenkatastrophe. Ich muss mein Velo mit der ganzen Baggage nach oben stossen», sagt sie, «in meinem Alter ist das nicht mehr so einfach».

Sie würde lieber den Lift nehmen. (Bild: FM1Today/Christoph Thurnherr)

«Man muss es positiv sehen»

Auch die Rorschacher Stadtverwaltung regt sich über den erneuten Ausfall des Lifts auf. «Ich verstehe den Ärger, der Lift ist ein wenig zum Sorgenkind geworden», sagt Marcel Aeple, Stadtschreiber von Rorschach. Der Grund für den Ausfall ist ein Problem mit dem Motor. Ein Spezialist repariert das defekte Modul. Von einer Katastrophe will Aeple aber nichts wissen: «Solche Wörter darf man meiner Ansicht nach nicht inflationär gebrauchen. Man muss es positiv sehen, es zeigt, dass der Lift ein Bedürfnis ist.»

Nicht alle finden den Ausfall schlimm

Vor allem ältere Passanten regen sich über den defekten Lift auf. Unverständnis herrscht auch über die Häufigkeit der Ausfälle. Gefühlt jeden Monat, schätzt einer. Dieser Eindruck ist sicher übertrieben, zeigt aber, dass die Rorschacher ihren Lift mit der tollen Aussicht auf den Bodensee vermissen. Spätestens am kommenden Samstag soll der Lift laut der Stadt wieder funktionieren. Bis dahin heisst es: Die etwas flacheren Fusswege benutzen oder steile Treppen steigen. Dem können einige auch etwas Positives abgewinnen. «Ist doch gesund», sagt ein Herr mittleren Alters.

(thc)


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