Das Kombi-Winterticket ist Vergangenheit

Von Fabienne Engbers
Die Toggenburger Bergbahnen wollen die Bergbahnen Wildhaus lieber übernehmen, statt mit ihnen zusammenzuarbeiten. (Archiv)
Die Toggenburger Bergbahnen wollen die Bergbahnen Wildhaus lieber übernehmen, statt mit ihnen zusammenzuarbeiten. (Archiv) © Tagblatt/Benjamin Manser
Die Toggenburg Bergbahnen wollen nicht weiter mit den Bergbahnen Wildhaus zusammenarbeiten. Den einzigen Weg für eine wirtschaftlich sinnvolle Lösung sehen sie in einer «Fusion». Dies sieht die Gegenseite ganz anders.

Die Bergbahnen Wildhaus wollten vom Kanton St.Gallen fünf Millionen Franken für den Neubau zweier Skilifte. Der Kanton St.Gallen lehnte dieses Begehren jedoch ab. «Ein Berg – ein Ticket», so lautet die Devise von Regierungsrat Bruno Damann. Die Bergbahnen Wildhaus stehen dem offen gegenüber, nicht so aber die Toggenburg Bergbahnen.

Ökonomisch nicht sinnvoll

Ihre Ablehnung gegenüber dem Tarifverbund zwischen den Toggenburg Bergbahnen und den Bergbahnen Wildhaus, die in der gleichen Region zuhause sind, begründet Verwaltungsratspräsidentin Melanie Eppenberger mit der Wirtschaftlichkeit. «Das heutige System ist ökonomisch nicht tragbar. Die Toggenburg Bergbahnen AG ist interessiert an einer nachhaltigen Lösung, damit man die ganze Region auf dem Markt besser positionieren kann», sagt sie.

Dies bedeutet, dass das Kombi-Ticket, das es bislang jeweils im Winter für beide Skigebiete gab, ab 2019 passée ist. Dann nämlich läuft der Vertrag zwischen den Skiliften ab. Die einzige Möglichkeit, die Zusammenarbeit aufrecht zu erhalten, besteht für sie in einem Zusammenschluss.

Feindliche Übernahme gestartet

Dabei spricht Melanie Eppenberger von einer Fusion. Die Toggenburg Bergbahnen AG haben diesen Sommer allen Aktionären der Bergbahnen Wildhaus AG ein Kaufangebot für ihre Aktien gemacht. «Dieses Angebot bleibt weiterhin bestehen», sagt sie. Noch bis im November würden die Toggenburg Bergbahnen Aktien aufkaufen.

Doch nicht viele sind diesem Kaufangebot, das eher einer feindlichen Übernahme als einer freundschaftlichen Fusion gleicht, freundlich gesinnt. Die Bergbahnen Wildhaus haben ihren Aktionären geraten, das Kaufangebot auszuschlagen.

«Wir kämpfen weiter»

Auch wenn die Zeichen für eine finanzielle Unterstützung der Bergbahnen Wildhaus durch den Kanton St.Gallen schlecht stehen, der Verwaltungsratspräsident der Bergbahnen Wildhaus, Jack Rhyner, gab heute Morgen eine Kampfansage durch. «Auch wenn der Kanton uns nicht unterstützt, wir versuchen, unsere Skilifte anderweitig zu finanzieren. Dieser Kampf ist noch lange nicht zu Ende.»

Die Bergbahnen Wildhaus würden einem Kombi-Winterticket, wie es dies in den letzten 40 Jahren schon gab, weiterhin positiv gegenüberstehen.

(enf)


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