Das Theater St.Gallen wird saniert

Das Theater St.Gallen erhält 48,6 Millionen Franken für die Sanierung und Erweiterung. (Archiv)
Das Theater St.Gallen erhält 48,6 Millionen Franken für die Sanierung und Erweiterung. (Archiv) © Tagblatt/Hanspeter Schiess
Die Stimmbürger im Kanton St.Gallen haben entschieden: Das Theater St.Gallen wird saniert. Mit über 60 Prozent Ja-Stimmen fällt das Resultat deutlich aus.

62,47 Prozent der St.Galler Stimmbevölkerung sagen Ja zur Erneuerung und zum Umbau des Theaters. Damit erhält das Theater St.Gallen 48,6 Millionen Franken zur Sanierung und Erweiterung des Theater-Gebäudes. Der heutige Bau soll an die Bedürfnisse eines zeitgemässen Theaterbetriebs angepasst werden. Geplant ist auch einer Erweiterung, diese betrifft im Wesentlichen Arbeitsräume für die Mitarbeitenden.

«Ich bin erleichtert»

Beim Theater St.Gallen ist die Freude über die deutliche Annahme des Kredites gross. «Wir sind natürlich extrem erleichtert und freuen uns über das Abstimmungsresultat», sagt Theater-Direktor Walter Signer. Man werde den Entscheid heute feiern. Nebst der Dernière der Oper La Bohème habe man am Nachmittag das Ja-Komitee eingeladen, zum Dank und zu einer kleinen Feier.

«Die Stimmberechtigten haben jenseits von aller Polemik bestätigt, dass das Theater St.Gallen einen wichtigen Beitrag zur Attraktivität unseres Kantons leistet und dass ihnen das auch für die Zukunft wichtig ist», sagt Andreas Widmer, Fraktionspräsident der CVP im Kantonsrat und Mitglied des überparteilichen Komitees «Ja zum Theater». Die deutliche Zustimmung bestätige die zweckmässige, massvolle Erneuerung des Theatergebäudes, heisst es in einer Mitteilung des Komitees.

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«Werden dem Theater auf die Finger schauen»

Bei den Gegnern, die hauptsächlich aus SVP-Reihen stammen, will man das Theater St.Gallen weiterhin im Auge behalten. «Es ist gut, dass wir überhaupt eine Abstimmung machen konnten. Das Resultat ist relativ klar, trotzdem stehen dem Theater-Umbau gut 35 Prozent kritisch gegenüber, das ist doch ein schönes Resultat», sagt SVP-Kantonsrat Toni Thoma.

Das Theater St.Gallen wird saniert, doch die Gegner bleiben weiter aktiv. «Das Theater wird uns in den nächsten Jahren noch viel Geld kosten», sagt der SVP-Mann. Er wird beim Umbau genau hinschauen. «Wir werden sehen, wie die Sanierung voran geht und schauen, dass das Projekt im Kostenrahmen bleibt.» Das Theater sei eine der grössten kulturellen Ausgaben im Kanton und man werde darauf ein kritisches Auge behalten.

Das Niveau halten

Das Theater St.Gallen will seine Infrastruktur anpassen. Auch, weil man sich bei den Vorstellungen auf einem sehr hohen Niveau befindet. «Ich sehe die Abstimmung heute als ein Bekenntnis zur Kultur und zum Standort St.Gallen. Zum anderen ist es für uns entscheidend, dass wir wieder ein Gebäude erhalten, welches fit ist und uns die Chance gibt, auf dieser Linie, auf der wir momentan Theater produzieren, auch in Zukunft bleiben zu können», sagt Direktor Werner Signer.

Schänis und Flums klar dagegen

Der Kanton St.Gallen teilt sich bei der Frage zur Theater-Sanierung in zwei Lager. Vor allem Gemeinden am südlichen Rand des Kantons lehnen die Sanierung ab. Während das Resultat in Schmerikon, Gomiswald, Sennwald, Oberriet und Vilters-Wangs nur wegen weniger Stimmen ins Nein-Lager kippte, stimmen in Schänis und in Flums mehr als 60 Prozent der Stimmbürger gegen die Sanierung. In den Gemeinden Eichberg, Kaltbrunn, Benken, Wildhaus Alt St.Johann, Quarten, Rüthi, Mels und Pfäfers bewegen sich die Nein-Stimmen zwischen 53 und 55 Prozent.

Gemeinden rund um St.Gallen sagen Ja

Komplementär zeigt sich das Bild bei den Gemeinden, die in unmittelbarer Nähe zur Stadt St.Gallen liegen. In den Gemeinden Mörschwil und Gaiserwald stimmen mehr als 75 Prozent der Stimmbürger für die Sanierung des Theaters. Auch in der Stadt selber fällt das Resultat mit 75,01 Prozent Ja-Stimmen deutlich aus.

Damit sprechen sich von 77 Gemeinden 15 Gemeinden gegen die Theatersanierung aus. 52 Gemeinden sind für die Sanierung und den Umbau des Theaters.

(enf)


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