«Das war ein Jahrhundertereignis»

Bruno Vattioni, Geschäftsführer der Säntis-Schwebebahn AG.
Bruno Vattioni, Geschäftsführer der Säntis-Schwebebahn AG. © FM1Today
Nach der Lawine vom Donnerstag auf der Schwägalp äussert sich Bruno Vattioni, Chef der Säntis-Schwebebahn AG, zu seiner Gefühlslage, den Auswirkungen auf den Hotelbetrieb und das weitere Vorgehen.

Herr Vattioni, wie ist Ihre aktuelle Gefühlslage?
Bruno Vattioni: Es ist eine intensive Zeit seit gestern Nachmittag. Ich bin unheimlich dankbar, dass alle Mitarbeitenden und Gäste so gut mitgearbeitet haben und verständnisvoll waren. Die Blaulichtorganisationen haben einen super Job gemacht. Hoffentlich haben wir bald die Gewissheit, dass nichts Schlimmeres passiert ist.

Konnte ein solches Ereignis erwartet werden?
Nein, ich hätte mir das nicht vorstellen können. Und ich bin sicher, dass es auch für alle anderen Leute, auch die Fachleute, unvorstellbar war. Deshalb sind wir wahrscheinlich auch so betroffen.

Wie haben Sie die Lawine erlebt?
Ich war im Büro und wurde relativ rasch informiert. Für mich war das Ausmass sofort klar, ich musste mir nichts anschauen gehen und konnte mich gleich um die Sofortmassnahmen und die Alarmierung kümmern. Das hat sich ausbezahlt. Wir wussten bereits rund 15 Minuten später, dass es wahrscheinlich keine grösseren Personenschäden gab.

Der Säntis und die Schwägalp gelten als Lawinengebiet.
Ja, wir haben viel Erfahrung mit Lawinen auf der Schwägalp. Aber die Lawinen beschränken sich in der Regel auf drei bis vier Hänge. Wir haben auch entsprechende Gutachten von Fachleuten. Insbesondere für den Neubau mussten wir solche Gutachten für die Baubewilligung einholen und auch bauliche Massnahmen treffen. All diese Erfahrungen und Gutachten zeigen, dass man mit so etwas nicht rechnen konnte. Das war ein Jahrhundertereignis.

Wann öffnet das Hotel Säntis wieder?
Das kann ich noch nicht sagen. Ab Montag waren sowieso Arbeiten geplant und wir hätten den Betrieb für drei Wochen geschlossen. Solange die Ordnung nicht wieder hergestellt ist, ein Betrieb dem Gast gegenüber wieder möglich ist, werden wir nicht wieder öffnen. Wir stehen nicht unter Druck und lassen uns auch nicht unter Druck setzen.

Haben Sie Bedenken, dass unter diesem Ereignis das Image des Hotels leidet?
Sicher habe ich Bedenken. Aber dazu kann ich im Moment keine Stellung nehmen. Das wichtigste ist für mich heute, dass wir – hoffentlich – mit einem blauen Auge davongekommen sind.

(red.)


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