Ded Gecaj: Strafverfahren eingestellt

Das aufwändige Beweisverfahren um den Tod von Ded Gecaj wurde eingestellt.
Das aufwändige Beweisverfahren um den Tod von Ded Gecaj wurde eingestellt. © Keystone
Der ausserordentliche Staatsanwalt, der mit der Abklärung des Todesfall des St.Galler Lehrermörders Ded Gecaj beauftragt war, hat die Untersuchungen eingestellt. Gecaj wurde 2010 leblos im Untersuchungsgefängnis aufgefunden. Seine Familie hatte Anzeige gegen zehn Mitarbeiter des Kantons eingereicht.

Ein Mitarbeiter des Gefängnis St.Gallen hatte am 19. November 2010 den St.Galler Lehrermörder Ded Gecaj leblos in seiner Zelle aufgefunden. Gemäss des Gutachtens der beauftragen Rechtsmediziner war die «Todesursache Suizid durch Erhängen». Eine Fremdeinwirkung wurde damals ausgeschlossen. Die Angehörigen des Verstorbenen reichten jedoch eine Strafanzeige wegen «Vernachlässigung der Schutzpflicht» gegen die beteiligten Mitarbeiter des Kantons ein.

Das Bundesgericht verlangte 2014, dass eine Strafuntersuchung eröffnet wird. Das aufwändige Beweisverfahren ergab jedoch, dass es «keine Anhaltspunkte für ein strafrechtliches Verhalten seitens der angezeigten Personen gegeben habe: Die verantwortlichen Mitarbeiter «waren ihrer Verantwortung, für die Sicherheit und Gesundheit des Häftlings Ded Gecaj zu sorgen, pflichtgemäss nachgekommen. Es wurden keine Schutzpflichten verletzt.»

Der ausserordentliche Staatsanwaltschaft hat das Verfahren gegen alle zehn Beschuldigten eingestellt, was einem gerichtlichen Freispruch gleichkommt. Die Verfügungen sind noch nicht rechstkräftig.

 

Reallehrer seiner Tochter erschossen

Der St.Galler Lehrermord beschäftigt die Schweizer Justiz seit zwanzig Jahren. Ded Gecaj erschoss im Januar 1999 im Realschulhaus Engelwies in St.Gallen Paul Spirig, den Lehrer seiner Tochter. Nach der Tat flüchtete Gecaj in den Kosovo, wo er im Februar festgenommen wurde. Ein Gericht verurteilte Gecja im Jahr 2000 wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren. Gecaj wurde nach der Hälfte der Strafe entlassen.

Nach einigen Jahren hin und her zwischen den Justizbehörden des Kosovos und der Schweiz wurde Gecaj im Mai 2010 in Kosovo in Auslieferungshaft gesetzt und im September an die Schweiz ausgeliefert. Er hätte sich vor Kreisgericht St.Gallen wegen Mordes und sexuellen Missbrauchs seiner Tochter verantworten müssen.

Im November 2010 wurde der damals 52-jährige leblos in seiner Zelle aufgefunden, er hatte sich mit Stoffschlingen, die er aus seinen Kleidern angefertigt hatte, erhängt; dies ergaben die Untersuchungen des Instituts für Rechtsmedizin St.Gallen. Seine Familie erhob schwere Vorwürfe gegen die Justizbehörden. Gecajs Sohn reichte Strafanzeige wegen Vernachlässigung der Schutzpflicht ein.

 

(red.)


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