Schweizer Eichhörnchen geht es gut

Von Krisztina Scherrer
Sind unsere Eichhörnchen bedroht? (Archivbild)
Sind unsere Eichhörnchen bedroht? (Archivbild) © Tagblatt
In Deutschland sollen die Eichhörnchen wegen des heissen Sommers nicht genug Futter für den Winter haben und deshalb stark bedroht sein. Im FM1-Land muss man sich aber keine Sorgen um die herzigen Nager machen.

«Eichhörnchen in Futter-Not», «Finden die Eichhörnchen genug zu fressen?» oder «Die Tiere sind schwach: Eichhörnchen in Not»: So titeln derzeit die deutschen Medien. Es heisst, dass die Eichhörnchen wegen des heissen Sommers nicht genug Futter gebunkert hätten, dies soll ihnen nun Probleme bereiten. Manche Haselnüsse seien hohl und die Tiere könnten sich deshalb im Winter nicht ernähren. Die Leute werden aufgefordert, die Tiere zu füttern.

Heimische Eichhörnchen nicht bedroht

Im FM1-Land kennt man dieses Problem nicht: «Es ist nicht der Fall, dass unsere Eichhörnchen-Population aktuell von der Nahrungssituation bedroht ist», sagt Arno Puorger, Fachmitarbeiter Jagd beim Amt für Jagd, Natur und Fischerei des Kantons St.Gallen. «Es kann aber durchaus regionale Unterschiede geben.» Vom Füttern der Eichhörnchen rät Puorger ab: «Sie können ihre Nahrung selber beschaffen, dem Tier ist mit dem Füttern nicht geholfen.»

«Sie haben sich angepasst»

«Das Eichhörnchen hat sich an die Bedingungen, die bei uns in der Schweiz herrschen, angepasst. Sie sind Allesfresser und können verschiedene Nahrungsquellen nutzen», sagt Puorger. Die Nahrungsverfügbarkeit im Winter sei für ein Eichhörnchen nicht so schlecht wie für andere Tierarten. «Eine gewisse Mortalität ist normal, von einer Bedrohung für die Population kann man aber nicht sprechen.»

Bedrohung durch das Grauhörnchen

Die Bedrohung durch das Grauhörnchen sei wesentlich grösser: «Das Risiko, dass die Grauhörnchen unsere heimischen Eichhörnchen verdrängen, besteht. Im Ausland, zum Beispiel in Grossbritannien, hat man gesehen, dass unser Eichhörnchen dem Grauhörnchen unterlegen ist», sagt Puorger.


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