Bundesliga startet mit 20 Schweizern in Saison

Urs Fischer hat gut lachen: Der Aufsteiger Union Berlin spielt erstmals in der Klubgeschichte in der Bundesliga
Urs Fischer hat gut lachen: Der Aufsteiger Union Berlin spielt erstmals in der Klubgeschichte in der Bundesliga © KEYSTONE/DPA/UWE ANSPACH
Mit Bayern München gegen Hertha Berlin startet am Freitag die Bundesliga in ihre 57. Saison, in der sich ein neuerliches Duell um den Titel zwischen dem Serienmeister und Borussia Dortmund ankündigt.

Die Schweizer Exponenten – drei Trainer und 17 Spieler – starten mit unterschiedlichen Aussichten in die neue Saison. Während einige wie Yann Sommer, Nico Elvedi (beide Mönchengladbach), Manuel Akanji oder Roman Bürki (beide Dortmund) feste Grössen in ihren Klubs sind, haben andere wie Yvon Mvogo (Leipzig) und Michael Lang (Mönchengladbach) keine guten Perspektiven. Edimilson Fernandes (Mainz), Kevin Mbabu (Wolfsburg) und Ruben Vargas (Augsburg) betreten Neuland. Breel Embolo versucht mit dem Wechsel von Schalke nach Mönchengladbach, seiner Karriere neuen Schwung zu verleihen.

Denis Zakaria komplettiert das Schweizer Quintett bei der Borussia, bei der Sportdirektor Max Eberl trotz Platz 5 und der Qualifikation für die Europa League einen Trainerwechsel vollzogen hat. Der bei vielen Klubs gehandelte Marco Rose kam von Salzburg an den Niederrhein und ersetzte Dieter Hecking. Frühes Angreifen, Gegenpressing, Tempo und Aggressivität sind die Schlagworte des neuen Spielstils, der Mönchengladbach trotz finanzieller Nachteile gegenüber der Konkurrenz aus München, Dortmund, Leipzig und Leverkusen wieder in der erweiterten Spitze der Liga etablieren soll. Mit Embolo und dem Franzosen Marcus Thuram dürfte der Abgang von Thorgan Hazard zum BVB zumindest kompensiert werden.

Hazard war Teil der Dortmunder Transferoffensive in diesem Sommer. Rückkehrer Mats Hummels, Nico Schulz und Julian Brandt veredeln das Kader der Borussia, die in der zweiten Saison unter Lucien Favre die Bayern aus München nicht nur fordern, sondern deren siebenjährige Dominanz beenden will. Die makellose Vorbereitung sowie der 2:0-Sieg im Supercup gegen den Double-Gewinner sind für Favre zwar noch lange kein Grund zur Euphorie, die Aussagen seiner Vorgesetzten sind aber unmissverständlich: Der BVB will nicht nur auf dem Platz, sondern auch verbal dem Rekordmeister auf Augenhöhe begegnen.

In München lief nicht alles nach Plan. Während die Niederlage im Supercup zu verkraften war, harzte es an der Transferfront, nachdem die Verpflichtungen der französischen Weltmeister Lucas Hernandez und Benjamin Pavard schon lange bekannt gewesen waren. Der geplante Wechsel des Wunschspielers Leroy Sané von Manchester City zog sich über Wochen hin, bis sich der deutsche Internationale eine Verletzung am Kreuzband zuzog und die Verhandlungen ins Stocken gerieten. Als Alternative verpflichteten die Münchner den in der Bundesliga bekannten Ivan Perisic von Inter Mailand.

Der angekündigten Transferoffensive von Uli Hoeness, der sich Ende August zu seinem möglichen Abgang als Präsident und Aufsichtsratschef äussern will, folgten nur bedingt Taten, weswegen das Team von Niko Kovac noch die eine oder andere Änderung erfahren dürfte. Ein neuer Kandidat auf der Wunschliste des Trainers ist Mario Mandzukic. Auch wenn das Kader noch ungewohnt schmal besetzt ist, verfügen die Bayern vom Papier her über die beste Mannschaft der Liga.

Während Favre mit Dortmund um den Titel spielt, kämpfen Martin Schmidt (Augsburg) und Urs Fischer (Union Berlin) mit ihren Klubs um den Verbleib in der Liga. Derweil Augsburg mit dem Aus in der 1. Cuprunde gegen den Regionalligisten Verl bereits einen Dämpfer erlitten hat, ist die Vorfreude der Eisernen aus Berlin auf ihre Bundesliga-Premiere riesig. Mit der Verpflichtung von Christian Gentner, Neven Subotic und Anthony Ujah gehört Union zu den Transfersiegern unter den Abstiegskandidaten, zu denen auch Paderborn, der 1. FC Köln, Fortuna Düsseldorf, Freiburg und Mainz zählen.

Höhere Ansprüche haben sie auf Schalke, wo der x-te Neuanfang unter dem neuen Trainer David Wagner von rassistischen Äusserungen des Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies überschattet wurde. Die Auszeit von drei Monaten, die sich der Unternehmer selbst auferlegte, goutierten viele der Fans nicht. Sie zeigten Tönnies beim Cupspiel in Drochtersen/Assel symbolisch die Rote Karte.

Auf einen neuen Trainer setzen sie auch in Wolfsburg, wo Bruno Labbadia frühzeitig seinen Abgang bekanntgegeben hat. Der von LASK Linz gekommene Österreicher Oliver Glasner soll die erfolgreiche Arbeit seines Vorgängers weiterführen und kann dabei mit Kevin Mbabu, Admir Mehmedi und Renato Steffen auf drei Schweizer Internationale zählen. Sie alle gehörten im Cupspiel in Halle allerdings nicht zur Startformation.

Auch Eintracht Frankfurt hofft auf eine Fortsetzung der Erfolge der letzten Saison mit rauschenden Abenden in der Europa League. Adi Hütter muss allerdings die Abgänge seiner Stürmer Luka Jovic und Sébastien Haller kompensieren, die der Eintracht 100 Millionen Euro in die Kasse spülten. Neben Gelson Fernandes kämpft mit Djibril Sow, der derzeit an einem Sehneneinriss im Oberschenkel laboriert, ein zweiter Schweizer um einen Stammplatz im Mittelfeld der Hessen.

(SDA)


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