«Die Drohnenpiloten sind egoistisch»

Melanie Gmünder (rechts), Teil des Äscher-Wirteteams, regt sich über die Drohen vor ihrem Berggasthaus auf. (Archivbild)
Melanie Gmünder (rechts), Teil des Äscher-Wirteteams, regt sich über die Drohen vor ihrem Berggasthaus auf. (Archivbild) © Urs Bucher/St.Galler Tagblatt
Saftige Wiesen, traumhaftes Panorama, nur Kuhglocken sind zu hören: Die Realität im Alpstein sieht anders aus. Den ganzen Tag fliegen Drohnen rund um das Berggasthaus Äscher – Wirtin Melanie Gmünder fordert ein Gesetz.

Seit der Äscher im Jahr 2015 die Titelseite von National Geographic zierte, gehört er offiziell zu den schönsten Orten der Welt. Heute postet fast jeder Berggänger, der im Alpstein unterwegs ist, einen Schnappschuss des besonderen Berggasthauses unterhalb der Ebenalp. Weil die Perspektive vom Boden aus fast schon zu normal geworden ist, sind hier auch so manche Drohnenpiloten anzutreffen – ganz zum Leidwesen von Melanie Gmünder, die seit dieser Saison gemeinsam mit Gallus Knechtle im Äscher wirtet.

Drohnen direkt vor den Fenstern

Fast jeden Tag sehe sie, wie Drohnen ums Haus fliegen, sagt sie gegenüber Radio SRF. Auch auf der Terrasse und direkt vor den Zimmerfenstern seien die ferngesteuerten Kameras unterwegs. «Dabei hat die Saison noch nicht einmal richtig begonnen.»

Das Verhalten der Drohnenpiloten sei respektlos und egoistisch, weil kaum Sicherheitsabstand gehalten werde, sagt Gmünder weiter. «Die Privatsphäre ist gestört.»

«Niemand liest das Merkblatt durch»

Zwar wurde letztes Jahr ein Merkblatt für den Umgang mit Drohnen ausgearbeitet – FM1Today berichtete – doch das ist der Äscher-Wirtin nicht genug. «Das Merkblatt bringt so viel wie ein Rezept für Medikamente. Niemand liest es durch.» Sie fordert «schnellstmöglich ein Gesetz» und dass die Landsgemeinde das Problem berät.

(red.)


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