«Dieses Jahr gibt es keine blutige Nase»

Von Nina Müller
Wurde beim Föbüverschuss an der Nase verletzt: Polizistin und Boxerin Géraldine Brot.
Wurde beim Föbüverschuss an der Nase verletzt: Polizistin und Boxerin Géraldine Brot. © Tagblatt/Michel Canonica
Zum 28. Mal findet die St.Galler Fasnacht unter der Leitung der St.Galler Fasnachtsgesellschaft statt. Neu wird der Ehrenfödlebürger-Abend im Waaghaus durchgeführt und beim Umzug am Sonntag sind drei Guggen aus Bern dabei.

Traditionell startet die St.Galler Fasnacht um 6 Uhr morgens am Schmutzigen Donnerstag. Neu ist dieses Jahr der Standort des Ehrenfödlebürger-Abends. Anstelle des bisherigen Veranstaltungsortes, der Lokremise, findet das Event am 1. März im Waaghaus statt, passend zum Motto «Meh Födle is Woghuus». Mit Födle sind aber nicht die Besucher gemeint, sondern das Stadtparlament. «Der Gemeinderat ist ja im Waaghaus und wir hätten da gerne mehr Födle. Nun wollen wir etwas dazu beitragen, indem wir unser Fest im unteren Bereich des Waaghauses feiern und so schon mal mehr Födle in das Gebäude bringen», sagt Fredy Brunner, ehemaliger St.Galler Stadtrat, Ehrenföbü von 2011 und Vertreter der Schnitzelbänggler.

Ehrenfödlebürger wird wieder eine Frau sein

Als Ehrenfödlebürger werden Bürger ausgezeichnet, die Mut beweisen. Jedes Jahr wird ein St.Galler oder eine St.Gallerin zum Ehrenfödlebürger gekürt. «Dieses Jahr wird es sehr wahrscheinlich eine Frau sein. Dieses Jahr sollte es aber keine blutige Nase geben», sagt Fredy Brunner schmunzelnd. Damit spielt er auf die letztjährige gekürte Ehrenfödlebürgerin an. Polizistin Géraldine Brot wurde von der Wucht des Konfettis, das aus der Kanone geknallt wurde, an der Nase verletzt. Die Kanone sei optimiert worden und die Wucht des Schusses bei Frauen nun ein wenig schwächer.

«Hat es weniger Besucher, kommen auch weniger Guggen»

Der fasnachtliche Höhepunkt ist der Umzug am Sonntag. Letztes Jahr wurden die schlechten Besucherzahlen des Umzugs kritisiert. Ob die St.Galler Fasnacht tot sei, wurde gefragt. «Hat es weniger Besucher, kommen auch weniger Guggen. Mit dem Standortwechsel ins Waaghaus und mehr Werbung wollen wir die St.Galler Fasnacht wieder attraktiver machen. Um die jungen Menschen auf den Umzug aufmerksam zu machen, haben wir vermehrt Werbung auf Facebook gemacht», sagt Andreas Jakob, Präsident der Vereinigten Guggen St.Gallen. Weiter hat der Verein rund 400 Guggen aus der ganzen Schweiz angeschrieben. Das Feedback sei sehr positiv gewesen, dieses Jahr würden drei Guggen aus dem Kanton Bern antreten. «Weitere Guggen kommen aus den Kantonen Zürich, Thurgau und St.Gallen. Damit haben wir unser Limit für Guggen erreicht», sagt Jakob und betont, dass es auch schon Buchungen für das nächste Jahr gebe. Bruno Bischof ist ebenfalls sehr erfreut über die Gastguggen. Der Präsident der St.Galler Fasnachtsgesellschaft erwartet dieses Jahr wieder mehr Besucher, obwohl sich abgesehen von den sechs Gastguggen nicht wirklich etwas verändert hat.

Der Föbüverschuss findet am Samstagabend um 20 Uhr vor dem Vadiandenkmal statt. Genauere Infos zum diesjährigen Programm findest du auf der Website der St.Galler Fasnacht.


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 500 Zeichen