«Ein Aufladegerät wie jedes andere»

Beim Grossbrand in Steckborn im Dezember 2015 haben 30 Personen ihr Dach über dem Kopf verloren. Auslöser des Brandes war ein Akku von einem Modellauto. Am Montag standen die Besitzer vor Gericht.

Die Anklage lautet auf fahrlässige Verursachung einer Feuersbrunst. 22 Betroffene haben geklagt und verlangen, dass das angeklagte Ehepaar die Haftung für den Schaden übernehmen muss. Am Montag stand das Ehepaar vor dem Bezirksgericht Frauenfeld.

Diese hatten das Ladegerät eines Modellautos unbeaufsichtigt gelassen. Der Akku fing Feuer und löste den Grossbrand im Dezember 2015 aus. Dabei wurden sechs Häuser fast vollständig zerstört und 30 Personen verloren ihre Unterkunft.

«Fahrlässigkeit nachgewiesen»

«Aus meiner Sicht ist eine Fahrlässigkeit ganz klar nachgewiesen», sagt Daniel Jung, Rechtsanwalt und Vertreter der Geschädigten.

Doch die Angeklagten weisen jede Schuld von sich. Das beschuldigten Eheleute beteuerten, dass sie niemals damit gerechnet hätten, dass der Akku Feuer fangen könnte. Sie hätten auch keine Warnhinweise gesehen, sagten die beiden vor Gericht, wie TVO berichtet. Das Ladegerät sei für sie ein ganz normales Ladegerät gewesen, wie jedes andere auch.

Geringes Interesse der Kläger

Das Interesse am Prozess war bemerkenswert klein, von den 22 Klägern waren nur gerade drei im Gerichtssaal. Einer der Anwesenden findet es ungeheuer, dass die Beschuldigten nur gerade 300 und 900 Franken Strafe zahlen sollen. «Man kann doch nicht einfach Häuser anzünden und sagen, man wisse von nichts», sagt Walter Strub, der in der Brandnacht sein Hab und Gut verloren hatte. «Dies bei einem Schaden von 12 Millionen Franken.»

Nebst der Strafzahlung verlangt die Staatsanwaltschaft auch eine Busse von 600 Franken und das die Beschuldigten einen Teil der Prozesskosten übernehmen müssen.

Am Dienstag wird die Verhandlung weiter geführt.

 


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