Ein Denkmal, überschattet von Vorwürfen

Am 25. Juni 2019 jährt sich der Todestag von Michael Jackson zum zehnten Mal.
Am 25. Juni 2019 jährt sich der Todestag von Michael Jackson zum zehnten Mal. © iStock
Er ist der erfolgreichste Künstler der Geschichte und bewegt auch zehn Jahre nach seinem Tod weltweit die Herzen der Menschen. Doch das einzigartige Denkmal von Michael Jackson bröckelt.

«Michael Jackson ist tot», diese Meldung liess die Welt am 25. Juni 2009 kurz still stehen. Viele von uns wissen noch ganz genau, wo sie gerade waren, als sie vom Tod des erfolgreichen Künstlers erfahren haben. Michael Joseph Jackson verstarb im Alter von 50 Jahren an einer Vergiftung durch das Narkosemittel Propofol. Er hinterliess drei Kinder und eine fassungslose Pop-Welt.

Die Liste der Rekorde Michael Jacksons ist lang

Der King of Pop hat 750 Millionen Alben verkauft. Seine Songs haben seit seinem Tod zwei Milliarden Franken eingespielt. Er war der erste Sänger, der von Null auf Platz 1 der US-Singles Charts einstieg. Das meistverkaufte Musikalbum der Welt ist «Thriller». Die Erstausstrahlung des Musikvideos «Black or White» wurde von 500 Millionen Menschen gesehen. Zehn Jahre nach seinem Tod wird seine Musik immer noch täglich gespielt. Noch immer gibt es Gedenkstätten, die wöchentlich gepflegt werden. Noch immer inspiriert der Künstler viele Menschen und berührt ihre Seelen.

Doch das Denkmal bröckelt. Der Vorwurf wegen Kindesmissbrauch hält sich hartnäckig und rückte 2019 nochmals ins Auge der Öffentlichkeit.

Kompromittierende Dokumentation

Anfangs Jahr erschien die Dokumentation «Leaving Neverland». Darin erzählen James Safechuck und Wade Robson detailliert, wie der Sänger sie in ihrer Kindheit sexuell missbraucht haben soll. Zwischen 2003 und 2005 kam es zur Anzeige bezüglich dieser Fälle und zum Freispruch Jacksons. «Leaving Neverland» brachte diese Fälle wieder in Erinnerung. Es war bereits das zweite Mal, dass der Sänger wegen des Vorwurfs sexuellen Missbrauchs angezeigt wurde. Das Verfahren von 1993 wurde aber eingestellt und es kam zu einer aussergerichtlichen Einigung.

Viele Kontroversen

Während viele Fans empört auf «Leaving Neverland» reagieren, sehen andere Leute die Doku als Beweis, dass Jackson Kinder missbraucht hat. Zehn Jahre nach seinem Tod ist der Sänger wieder in aller Munde. Kontroverse Diskussionen werden über sein Leben geführt. Es wird darüber geredet, ob man die Lieder des King of Pop im Radio noch spielen soll und ob man Kunst und Künstler trennen könnte.

Gesundheitliche Probleme und enormer öffentlicher Druck

Keine dieser Fragen kann zur Zufriedenheit beantwortet werden. Die Antworten und Meinungen sind mindestens so gespalten wie das Leben des Künstlers selbst. Auf der einen Seite ist er ein gefeierter Popstar. Laut «Guinness Buch der Rekorde» ist Jackson der «erfolgreichste Entertainer aller Zeiten». Er ist der Künstler, der weltweit mit über 300 Millionen US-Dollar am meisten Wohltätigkeitsorganisationen finanziell und repräsentativ unterstützte.

Mit Songs wie «Heal the World» und «Black or White» sang er sich in das Gewissen der Welt. Auf der anderen Seite war da ein Mann, der eine traumatische Kindheit zu verarbeiten hatte, ständig unter Beobachtung der ganzen Welt stand und mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte. Der Vorwurf, dass er Kinder missbrauchte, setzte ihm stark zu.

Tod durch Vergiftung

Der Sänger beteuerte bis zum Ende seine Unschuld. Er baute körperlich ab, litt unter Ess- und Schlafstörungen. So kam es, dass Jackson von Schlafmittel abhängig wurde. Am 25. Juni 2009 kostete ihn diese Sucht das Leben. Sein Leibarzt, Conrad Murray, wurde wegen fahrlässiger Tötung zu vier Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt.

(nm)

 


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