Weniger mittlere und grosse Solaranlagen

Photovoltaik-Anlagen sind vielerorts zu sehen, aber meist kleinere. Hier Solarpanels auf einem Hausdach in Steinen SZ. (Archiv)
Photovoltaik-Anlagen sind vielerorts zu sehen, aber meist kleinere. Hier Solarpanels auf einem Hausdach in Steinen SZ. (Archiv) © KEYSTONE/GAETAN BALLY
In der Schweiz ist der Markt für mittlere und grosse Solaranlagen 2017 um knapp einen Drittel eingebrochen. Kleine Solaranlagen legten dagegen um 38 Prozent zu. Dennoch bleibt unter dem Strich ein Minus von neun Prozent.

Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang um 225 Fussballfelder, die mit Solarpanels hätten bedeckt werden können. Wie der Branchenverband Swissolar in seiner am Mittwoch veröffentlichten Markterhebung ausweist, ist das auf die fehlende Förderung mittlerer und grosser Solaranlagen zurückzuführen

Besonders stark war der Rückgang bei Solaranlagen mit über 1 Megawatt Leistung, nämlich 73 Prozent. 23 Prozent Rückgang gab es dabei bei Industrie und Gewerbe sowie 33 Prozent bei der Landwirtschaft. Gemäss Swissolar gibt es gerade in diesen Branchen viele grosse, geeignete Dachflächen.

Das Segment der Kleinanlagen legte hingegen um 38 Prozent zu. Das Wachstum bei Einfamilienhäusern betrug 28 und bei Mehrfamilienhäusern 14 Prozent. Dabei zeigte sich, dass Solaranlagen bei Sanierungen zum Standard gehören.

Um 5 Prozent legten die Kollektoranlagen für Solarwärme zu, zum ersten Mal nach vier Jahren mit sinkenden Werten. Grund ist die wachsende Beliebtheit der Kollektoren zur Warmwasseraufbereitung in Mehrfamilienhäusern.

Für das laufende Jahr geht Swissolar von einem leichten Wachstum aus. Trotz der seit Jahresbeginn für alle Anlagegrössen verfügbaren Einmalvergütungen sei die Lage für Grossanlagen weiter schwierig. Als Grund nennt Swissolar die lange Wartezeit von sechs Jahren bei Grossprojekten Hier soll das Bundesamt für Energie die Wartefrist auf zwei Jahre verkürzen, wie das auch bei Kleinanlagen der Fall ist.

Einen weiteren Grund für den schwierigen Markt sieht Swissolar in den sehr tiefen Rückliefertarifen der Stromkonzerne für nicht selbst verbrauchten Strom. Das zwinge die Betreiber dazu, ihre Anlagen klein zu konzipieren. Die Folgen seien bereits in nicht voll ausgenutzten Dachflächen sichtbar.

Diese Entwicklung läuft gemäss Swissolar der Energiestrategie und den Erfordernissen des Pariser Klimaabkommens zuwider. Für die Zielerreichung brauche es zwingend einen stärkeren Ausbau der Grossanlagen.

(SDA)


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