Ein Name für 28’000 Franken

Marc Hauser und seine Mitarbeiter suchen nicht gewöhnliche Namen wie auf diesem Foto, sondern ganz spezielle.
Marc Hauser und seine Mitarbeiter suchen nicht gewöhnliche Namen wie auf diesem Foto, sondern ganz spezielle. © iStock
Sie waren im letzten Jahr die beliebtesten Babynamen in der Schweiz: Mia und Noah. Bei der Berner Firma «Erfolgswelle» kommen diese Namen aber nicht in die Tüte. Die Firma ist darauf spezialisiert, extravagante Vornamen zu kreieren. Das ist allerdings nicht ganz billig.

Er ist – wenn man so will – der «Herr der Namen», der 46-jährige Marc Hauser, Gründer und Inhaber der ersten internationalen Namensagentur für Kindernamen, Erfolgswelle. Hauser und seine Mitarbeiter verdienen ihr Geld hauptsächlich mit der Namensfindung und Namenskreation für Unternehmen und Produkte. Seit rund zwei Jahren ist aber ein neuer Geschäftszweig dazugekommen: Das Finden und Kreieren von speziellen, aussergewöhnlichen Vornamen.

Ein ganz individueller Name

«Einen neuen Namen zu erfinden ist gar nicht so einfach. Daran scheitern auch viele Eltern. Und dort kommen dann wir ins Spiel und können helfen. Und zwar mit unseren Prozessen und Strategien, wie wir sie auch bei der Namenskreation bei Unternehmen anwenden», sagt Marc Hauser. Der 46-Jährige und sein Team besuchen dann die Familien mit dem Ziel, ihnen einen ganz individuellen Namen für ihre Kinder zu «verkaufen».

Der «Herr der Namen»: Marc Hauser Bild: erfolgswelle.ch

Der «Herr der Namen»: Marc Hauser Bild: erfolgswelle.ch

Das Wort «verkaufen» ist an dieser Stelle ganz bewusst gewählt. Denn so ein Name ist nicht billig. Konkret: 28’000 Franken für ein paar Buchstaben. «Das ist so teuer, weil wir die gleichen Abläufe anwenden wie bei unserer Kernaufgabe, dem Kreieren von Firmennamen», stellt Marc Hauser klar. Zu den Kunden von Erfolgswelle gehören denn auch hauptsächlich sehr wohlhabende Personen.

Ein «No-Go» in Österreich

Laut Hauser ist das Angebot zurzeit sehr gefragt. Spezielle Namen lägen nämlich im Trend. Allerdings tolerieren nicht alle Länder aussergewöhnliche Namen. Ein Beispiel: Die französischen Behörden lehnten jüngst den Vornamen «Nutella» ab. «In den USA und Grossbritannien gibt es mit speziellen Namen keine Probleme. In Österreich geht sowas aber gar nicht. In der Schweiz ist es mal so, mal anders», sagt Marc Hauser.

Der 46-Jährige ist Vater von zwei erwachsenen Töchtern. Diese haben jedoch – sagen wir mal – konventionelle Namen. Sie heissen Noelle und Simone.

(uli)


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