«Ein überwältigendes Gefühl»

Marlen Schneider hat durch ihre Stammzellenspende ein Leben gerettet. (Symbolbild)
Marlen Schneider hat durch ihre Stammzellenspende ein Leben gerettet. (Symbolbild) © istock
Marlen Schneider hat vor einigen Jahren Knochenmark gespendet und damit einem Menschen das Leben gerettet. Wenn sie heute auf die damalige Zeit zurückblickt, ist sie noch immer dankbar. Den Empfänger ihrer Spende kennt sie nicht, ob er überlebt hat, kann sie nicht sagen.

«Als ich erfahren habe, dass ich für eine Spende infrage komme, habe ich mich super gefreut und war gleichzeitig total aufgeregt», sagt Marlen Schneider im Interview mit Rosie Hörler. Am 28. Mai ist Weltblutkrebstag, Leukämiepatientin und FM1-Moderatorin Rosie Hörler will deshalb möglichst viele Leute dazu animieren sich als Spender zu registrieren. Marlen Schneider ist eine solche Lebensretterin. Die 28-jährige Münchnerin hat sich in Deutschland als Stammzellenspenderin registrieren lassen. «Ich hatte im selben Jahr einen schweren Unfall gut überstanden und mir war klar, ich möchte unbedingt von meinem Glück etwas weitergeben.»

«Ich hab’s auf mich zukommen lassen»

Als Marlen Schneider einen Brief der Deutschen Knochenmarkspende erhalten hat, in dem sie darüber informiert wurde, dass sie als Spenderin infrage kommt, musste sie zuerst noch einige Blutproben abgeben, bevor endgültig klar war, dass sie spenden kann. Gezögert hat die Deutsche nicht. «Mir war sofort klar, dass ich das machen will.»

Nervös war sie vor ihrer Spende nicht. «Ich hab das alles einfach auf mich zukommen lassen und darauf vertraut, dass ich gut betreut werde.» Stress oder grosse Aufregung kam bei der Spenderin nicht auf.

Während der Vorbereitung kämpfte Marlen Schneider mit einigen Beschwerden. «Das Medikament, das die Anreicherung der Knochen auslöste, hat mich ganz schön mitgenommen.» Ihre grossen Knochen hätten gearbeitet ohne Ende. «Ich war froh, als der Tag der Spende endlich da war.»

«Das Gefühl war grandios»

Obwohl Marlen Schneider neutral an ihre Spende heranging, war sie schliesslich total ergriffen. «Es ist eigentlich total surreal, man weiss nicht, wo die Spende hingeht», sagt sie.

«Ich sah den Boten zum Helikopter gehen und das hat mich emotional total ergriffen. Da kam dieser Moment, in dem ich kapiert habe, was da gerade passiert ist.» Dieses grandiose Gefühl, das sie in diesem Augenblick hatte, sei unmöglich zu beschreiben.

Kein Kontakt zum Empfänger

Die Deutsche Organisation für Stammzellspende hält, genauso wie die Schweizerische Butstammzellspende, die Spender und Empfänger anonym. So hatte auch Marlen Schneider keinen Kontakt zum Empfänger. Sie wusste lediglich, dass er männlich ist und aus Griechenland stammt. «Ich bin ein bis zwei Wochen nach der Spende informiert worden, dass alles geklappt hat.»

Der Spenderin war es freigestellt, ob sie dem Empfänger nach zwei Jahren einen Brief schreiben möchte, der keine Namens- und Ortsangaben enthält. «Ich habe mich damals entschieden, dass ich dem Patienten die Wahl lassen will, ob er sich bei mir meldet.»

Der Empfänger hat ihr jedoch keinen Brief geschrieben. Bis heute weiss Marlen Schneider nicht, ob der Grieche überlebt hat oder nicht.

«Würde immer wieder spenden»

Trotzdem würde Marlen Schneider immer wieder spenden. «Auch wenn es eine stressige Vorbereitung ist, ist das nichts in Relation dazu, was man mit seiner Gesundheit Gutes tun kann.»

Deshalb hofft die Deutsche, dass sich möglichst viele Menschen in die Kartei für eine Stammzellspende eintragen lassen.

Du willst auch Gutes tun? Informiere dich über eine Stammzellspende und trage dich hier ein. Alle wichtigen Fragen zu Stammzellenspende werden hier beantwortet.

(enf)


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