Glutofen Wallis – Knapp 36 Grad in Sitten

Der Luzerner Hausberg Pilatus (hinter dem Kantonsspital - Aufnahme vom Februar dieses Jahres).
Der Luzerner Hausberg Pilatus (hinter dem Kantonsspital - Aufnahme vom Februar dieses Jahres). © KEYSTONE/URS FLUEELER
Die angekündigte Hitzerekordwoche hat sich ab Dienstagmittag in der ganzen Schweiz bemerkbar gemacht. Am höchsten stiegen die Temperaturen im Wallis, wo sie an mehreren Orten über 35 Grad kletterten. In Sitten zeigte das Thermometer gegen 16.30 Uhr 35,8 Grad an.

In Visp im Oberwallis wurden um 17 Uhr sogar 35,9 Grad gemessen. Aber auch in der Nordwestschweiz wurde geschwitzt: Auf 34,3 Grad kletterte das Quecksilber am Nachmittag in Basel-Binningen. In Gösgen im Aargau waren es 33,9 Grad, in Zürich-Affoltern 33,3 Grad und in Bern-Zollikofen 31,5 Grad, wie das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (Meteoschweiz) meldete. Es erwartet Höchsttemperaturen für Mittwoch und Donnerstag – teils bis zu 39 Grad.

Auch in den mittleren und höheren Lagen ist die Luft zur Zeit ausserordentlich warm. Dies brachte vielen Stationen in den Alpen und am Jura Temperaturrekorde für den Juni, wie Meteonews meldete.

So konnte der Pilatus bereits am Vormittag den bisherigen Juni-Temperaturrekord von 21,6 Grad knacken und erreichte schliesslich 23,2 Grad. Im Laufe des Tages überboten immer mehr Bergstationen ihre bisherigen Juni-Rekorde. Dies waren beispielsweise der Säntis (19,4 Grad), der Gütsch (22,5 Grad) oder der Moléson (24,5 Grad)..

Seit Dienstag gilt auch für das Mittel- und Südtessin die zweithöchste Hitze-Warnstufe 4. Das bedeutet grosse Gefahr. Meteoschweiz hatte eine Hitzewarnung der Stufe 4 am Montag bereits für die Region Basel und Teile des Wallis ausgegeben.

Flüsse und Seen brauchen zum Aufheizen noch etwas Zeit – der Rhein erreichte in Basel eine Temperatur von 20 Grad, die Aare in Bern 19 Grad und der Zürichsee 22 Grad – Temperaturen, die für Fische laut Bundesamt für Umwelt (Bafu) noch nicht problematisch sind. Für die kommenden Tage ist aber eine deutliche Erwärmung zu erwarten, was Auswirkungen auch auf die Algenverbreitung haben könnte.

Für eine erste Tropennacht hatte es auf den Dienstag in leicht erhöhten Lagen und vor allem im St. Galler Rheintal gereicht, wie der Wetterdienst SRF Meteo mitteilte. Von einer Tropennacht wird gesprochen, wenn die Temperaturen während der ganzen Nacht nicht unter 20 Grad sinken.

So lag auf dem Üetliberg bei Zürich der Tiefstwert bei 22,3 Grad, und auch auf dem Bantiger bei Bern wurde es nie kühler als 21,6 Grad. Ebenfalls für eine Tropennacht reichte es in einigen leicht föhnigen Alpentälern, so im Unterwallis und im St. Galler Rheintal. Auch südlich der Alpen wurde lokal eine Tropennacht verzeichnet, so in Lugano und Locarno mit 21,5 und 21,7 Grad.

Die anrollende Hitzewelle weckt Erinnerungen an die Hitzesommer 2003 und 2015. Welcher der schlimmere war, ist schwer zu sagen. Beide hatten Rekorde aufzuweisen – und Dürreperioden.

2003 war am Genfersee, im Zentralwallis und im Südtessin das wärmste Jahr seit dem Beginn der Datenaufzeichnungen im Jahr 1864. Gemäss einer Studie war es in Europa sogar das wärmste Jahr seit 500 Jahren.

Der absolute Rekord: Am 11. August 2003 wurde in Grono im bündnerischen Misox der bis heute absolute Rekord von 41,5 Grad gemessen. Im Rest der Schweiz blieben die Temperaturen ab 1. August während zwölf aufeinanderfolgenden Tagen über 33 Grad. Das bisher höchste Mittel des Tagesmaximums wurde in Genf über 14 Tage gemessen: 35,2 Grad. In Basel betrug das 14-Tagesmittel 35 Grad, in Bern 33,4, in Lugano 33,0 Grad.

(SDA)


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