«Es mag auch zwei St.Galler leiden»

Benedikt Würth stellt sich nicht für die Ersatzwahl.
Benedikt Würth stellt sich nicht für die Ersatzwahl. © Tagblatt/Ralph Ribi
Ein Polit-Experte sieht Karin Keller-Sutter schon als Gewinnerin der Bundesrats-Ersatzwahl. Die Kandidatur der Wilerin schreckt den St.Galler Regierungsrat Benedikt Würth nicht ab – er will seinen Entscheid nächste Woche fällen.

«Es wäre mit eine grosse Ehre und Freude, mich für unser Land in dieser verantwortungsvollen Position einzusetzen» – mit diesen Worten kündigte die St.Galler Ständeratspräsidentin Karin Keller-Sutter (FDP) am Dienstag ihre erneute Kandidatur für den Bundesrat an. Vor acht Jahren hatte es die Wilerin schon einmal versucht – nun will die 54-Jährige den Sitz des per Ende Jahr zurückgetretenen Johann Schneider-Ammann (FDP) einnehmen (zum Interview).

«Sehr intakte Chancen»

Polit-Experte Hanspeter Trütsch rechnet damit, dass Keller-Sutter «sehr intakte Chancen» hat, die Ersatzwahl für sich zu entscheiden. Dies, da in den letzten beiden Wochen verschiedene Favoritinnen auf das Amt verzichtet haben, darunter FDP-Präsidentin Petra Gössi (42). «Es müsste sehr viel passieren, dass sie (Keller-Sutter) am 5. Dezember nicht gewählt wird», sagt Trütsch, der während Jahrzehnten die Stimme der SRF-Bundeshausredaktion war.

Würth entscheidet demnächst

Der St.Galler Regierungsrat Benedikt Würth (CVP) wird als möglicher Nachfolger von Doris Leuthard gehandelt. Gegenüber TVO gibt der 50-Jährige bekannt, dass er nächste Woche entscheiden wird, ob er sich für das Amt zur Verfügung stellen möchte.

Dass er und Keller-Sutter sich wegen ihrer gemeinsamen Herkunft konkurrieren könnten, glaubt der CVP-Mann nicht. «Die Entscheidung Keller-Sutters hat keinen direkten Einfluss auf meine Entscheidung. Die Kantonsklausel wurde abgeschafft. Wenn es zwei Zürcher oder Berner leiden mag, mag es auch zwei St.Galler leiden.»

Bis Ende Monat haben die Parteien Zeit, ihre Kandidaten für die Bundesrats-Ersatzwahl aufzustellen.

(lag)


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