«Es muss sich etwas ändern»

Von René Rödiger
Die Demonstranten fordern einen System-Wandel.
Die Demonstranten fordern einen System-Wandel. © René Rödiger/FM1Today
In St.Gallen sind am Freitagabend über 1500 Personen für das Klima auf die Strasse gegangen. So unterschiedlich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren, so einheitlich sind ihre Forderungen.

Die Schweiz soll den nationalen Klimanotstand ausrufen. Bis 2030 sollen die inländischen Treibhausgasemissionen auf netto null reduziert werden. Es braucht einen Systemwandel, nicht nur in der Politik, auch in der Gesellschaft. Soweit die bekannten Forderungen der Klimastreikerinnen und Klimastreiker in der ganzen Schweiz – auch in St.Gallen. Seit Wochen machen die Schülerinnen und Schüler darauf aufmerksam.

Freitagabend war es wieder soweit. Über 1500 Personen – nicht nur Schülerinnen und Schüler – stehen rund um das Vadiandenkmal in der St.Galler Innenstadt. St.Gallen mag nur ein kleiner Stein im grossen Mosaik der heutigen weltweiten Klimastreiks sein (hier gibt es eine Übersicht aller Klimastreiks des heutigen 15. März). Aber wie bei jedem schönen Mosaik: Jedes Steinchen trägt seinen Teil zum Bild bei. Das trifft auch auf den Klimawandel zu: «Wir müssen bei uns anfangen. Plastik so gut wie möglich vermeiden. Ich persönlich fliege zum Beispiel auch nicht mehr», sagt eine Schülerin der Kantonsschule Trogen.

«Wir können den ersten Schritt machen»

Asketische Lebensweise alleine ist nicht die Lösung, den weitaus grössten Teil zur Verschmutzung der Umwelt im Inland machen die grossen Firmen aus. Ob da eine Schülerin oder ein Schüler einmal im Jahr mit dem Flugzeug in die Ferien geht oder nicht, macht keinen grossen Unterschied. «Das ganze System muss sich ändern. Und wir können den ersten Schritt machen», sagt eine andere Schülerin.

Dass es damit nicht getan ist, ist allen hier an der Klimademonstration in St.Gallen klar. Ein Schüler meint: «Die Politik muss endlich merken, dass alles vom Klima abhängig ist. Dass dieses Thema noch immer nicht bei den Politikern angekommen ist, ist erstaunlich.»

Das Klima wird zum Thema

Mit einer Demonstration kann man die Welt nicht retten. Das wissen auch die Demonstrantinnen und Demonstranten in St.Gallen: «Vielleicht denkt aber jemand dank diesem Zeichen nach, bevor er oder sie die Umwelt verpestet. Es ist wichtig, dass über das Klima gesprochen wird.» Das Ziel wird offenbar – zumindest teilweise – erreicht: Immer wieder schliessen sich spontan weitere Personen dem Demozug durch die Innenstadt an. Eine genaue Teilnehmerzahl zu nennen, wird deshalb schwierig. Über 1500 Personen haben mindestens teilgenommen, eher mehr. Die Polizei spricht von 1500, die Demonstranten von über 2000.

Das Motto der Demonstration, «Fridays For Future», ist Programm: Die Zukunft effektiv ist in Gefahr. Nach Analysen des Weltklimarates IPCC erwärmt sich die Erde kontinuierlich, die Jahre 2015 bis 2018 waren die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen im 19. Jahrhundert. Es drohen Naturkatastrophen wie Dürren, Stürme, Hitzewellen, Hochwasser und mehr. Die Ressourcen werden knapp, die Folgen für die Menschheit absehbar.


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