Vom Schweizerhof auf die Rigi

«Moggetätscher» benutzen altes Rigibähnli als Theaterbühne

Melissa Steuri, 11. Februar 2022, 10:59 Uhr
Seit 1986 führen die Luzerner «Moggetätscher» an der Fasnacht ein Theater auf. Die Bühne ist dabei immer das Dach des Stadtkellers. Bis jetzt. Wegen Bauarbeiten mussten sich die Fasnächtler in diesem Jahr eine neue Bühne suchen. Diese haben sie vor dem Schweizerhof Luzern gefunden.
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Quelle: Tele 1

Eine bunt gemischte Touristengruppe fährt mit dem alten, roten Rigibähnli vom Schweizerhof Luzern auf die Königin der Berge. Das ist die Geschichte des Fasnachtstheaters, welches die «Moggetätscher» in diesem Jahr aufführen werden. Dass es überhaupt eine Aufführung gibt, hat auch ein kleines bisschen mit Glück zu tun.

Der Stadtkeller in Luzern wird immer noch saniert.

Denn das eigentliche Zuhause der «Moggetätscher», das Dach des Luzerner Stadtkellers, steht in diesem Jahr wegen Umbauarbeiten nicht zur Verfügung. So ging die Suche los nach einer neuen Bühne. «Wir haben lange nichts gehört vom Schweizerhof. Auf einmal ist vor Kurzem die Zusage gekommen», erzählt «Moggetätscherin» Carmen Leibundgut. Das Theaterstück wird also im, rund um und aus dem roten Rigibähnli aufgeführt.

Von Zeitdruck und Herausforderung

Am Schmutzigen Donnerstag soll es losgehen mit den Aufführungen. Viel Zeit bleibt also nicht mehr. Die Vorbereitungsarbeiten laufen derzeit auf Hochtouren. Die ganzen Bühnen-Installationen, Kostüme und Kulissen müssen noch gebastelt werden, so Carmen Leibundgut. Die «Moggentätscher» sind trotz Stress zuversichtlich: «Angst habe ich nicht. Ich kenne unsere Talente. Wir schaffen es immer irgendwie, dass am Schluss etwas steht.»

Der Zeitdruck ist aber nicht die einzige Herausforderung für die «Moggentätscher». Sie können nicht so auftreten, wie sie es sonst immer tun. «Ein wesentlicher Teil unserer Theaterstücke auf dem Stadtkeller-Dach waren natürlich die absolut grandiosen und überdimensionalen Kulissen. Das ist hier nicht möglich. Wir müssen mit dem Bestehenden arbeiten», erklärt «Moggentätscher» Marino Malagoli.

Schlussendlich haben die kreativen Köpfe der «Moggentätscher» aber eine Geschichte gefunden, die zum roten Rigibähnli passt. «Wir haben uns überlegt, was wir machen. Und das Naheliegendste ist eine Touristengruppe, die auf die Rigi fährt. Die kann vielfältig sein mit Asiaten, Jodlern oder Menschen mit Hunden. Unseren Mitgliedern steht das offen», so Malagoli. Jedes der rund 25 Mitglieder könne sich eine Figur aussuchen und diese selber inszenieren.

Obwohl sich die Mitglieder auf das Ereignis freuen, spürt man bei den «Moggentätscher» etwas Wehmut. Nach einem Jahr coronabedingter Pause wäre man gerne wieder auf das Dach des Luzerner Stadtkellers gestiegen. «Das Herz blutet schon. Aber gleichzeitig sind wir froh, dass wir Fasnacht machen können.» Ausserdem habe man so die Gelegenheit, die Strassenfasnacht auch mal hautnah erleben zu können.

Schweizerhof Luzern bietet gerne Hand

Für das Hotel Schweizerhof Luzern sei klar gewesen, dass man die «Moggentätscher» unterstützt. «Die ‹Moggentätscher› gehören einfach zur Fasnacht dazu. Und wir sind ja auch das Hotel, welches die Fasnacht lebt», betont Clemens Hunziker, Direktor des Schweizerhof Luzern. Dass das Hotel eher nobel ist und auch dementsprechende Gäste anlockt, sei kein Problem, heisst es weiter. Das passe laut Hunziker absolut zusammen. Die Gäste wüssten Bescheid, was Fasnacht bedeute.

Einen konkreten Zeitplan, wann die Theateraufführungen beim Rigibähnli stattfinden, gibt es noch nicht. Da wolle man spontan bleiben. Klar ist aber jetzt schon: Die «Moggetätscher» wollen pro Fasnachtstag bis zu zehn Mal ihr Theaterstück aufführen.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 11. Februar 2022 10:55
aktualisiert: 11. Februar 2022 10:59
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