FIFA sucht Co-Gastgeber für WM 2022 in Katar

Strebt weiterhin eine WM mit 48 Mannschaften schon 2022 an: FIFA-Präsident Gianni Infantino
Strebt weiterhin eine WM mit 48 Mannschaften schon 2022 an: FIFA-Präsident Gianni Infantino © KEYSTONE/FR596 AP/LUIS M. ALVAREZ
Die FIFA hält an ihren Plänen für eine Ausweitung der WM bereits 2022 in Katar von 32 auf 48 Teilnehmer fest. Die grosse Klub-WM 2021 wird zwar bereits beschlossen, aber die Europäer sind dagegen.

Das hatte sich Gianni Infantino anders vorgestellt: Die Mammut-WM in Katar mit 48 statt 32 Teams ist noch in der Warteschleife, für die neue Klub-WM stellt sich Fussball-Europa quer und die Global Nations League ist erstmal ganz vom Tisch.

Nach dem Council-Meeting in Miami versuchte der FIFA-Präsident am Freitag den neuen Wettbewerb im Sommer 2021 mit dann 24 statt sieben Mannschaften als Erfolgstory zu verkaufen. «Das ist ein Meilenstein für die FIFA und ein Meilenstein für den weltweiten Klubfussball», sagte Infantino. Doch bevor in gut zwei Jahren die Premiere der Team-WM stattfinden soll, warten noch harte Verhandlungen mit der UEFA und den Top-Klubs aus Europa.

Richtig schnell muss Infantino sogar eine Lösung für Katar finden. Die FIFA hält an ihren Plänen für eine Ausweitung der WM 2022 auf 48 Teilnehmer fest. Konkrete Fortschritte wurden in Miami aber offenbar nicht gemacht. «Wir haben dem Council die Machbarkeitsstudie vorgelegt, in der wir zu dem Schluss kommen: Ja, es ist möglich, die WM 2022 von 32 auf 48 Teams auszuweiten – vorausgesetzt, dass einige Bedingungen erfüllt werden», sagte Infantino.

Fraglich bleibt angesichts der diplomatischen Krise in der Golf-Region allerdings, welchen dringend benötigten Co-Gastgeber es überhaupt geben kann. «Mein Eindruck ist, dass die politische Lage es völlig offen lässt, ob es zu einer Erweiterung der WM in Katar kommt», sagte DFB-Präsident und Council-Mitglied Reinhard Grindel der Deutschen Presse-Agentur. Keine Rede ist mehr von der Global Nations League als einem weiteren Bestandteil des von Infantino propagierten 25 Milliarden-Dollar-Investments durch namentlich nicht genannte Geldgeber.

In Sachen Katar sollen bis Juni Vorschläge erarbeitet werden, sagte Infantino. Der endgültige Entscheid über das Format der WM in gut dreieinhalb Jahren trifft der FIFA-Kongress am 5. Juni in Paris. Das Weltturnier im Wüstenstaat würde bei einer Aufstockung nach dem Modus für die 48er-WM in den USA, Kanada und Mexiko 2026 ausgetragen werden: Die Mannschaften werden auf 16 Dreiergruppen aufgeteilt, anschliessend laufen vier K.o.-Runden bis zum Final. Damit sich die geplante Turnierdauer vom 21. November bis 18. Dezember 2022 nicht verlängert, müssten in der Gruppenphase bis zu sechs Partien pro Tag stattfinden. Insgesamt würde die Anzahl der WM-Spiele von 64 auf 80 steigen.

Problematisch ist, dass Katar von den drei Nachbarländern und potenziellen Co-Gastgebern Bahrain, Vereinigte Arabische Emirate und Saudi-Arabien diplomatisch boykottiert wird.

Bei der Klub-WM laufen die Konfliktlinien zwischen der FIFA-Zentrale in Zürich und den Hauptquartieren der europäischen Top-Vereine. Der FIFA-Council stimmte trotz der scharfen Proteste wie des FC Bayern und gegen die Stimmen seiner sieben europäischen Vertreter der vergrösserten Klub-WM zu. Doch nun muss nachverhandelt werden, denn ohne Kaliber wie Real Madrid oder Manchester City macht das Turnier keinen Sinn.

Ursprünglich wollte die FIFA sogar zwölf europäische Teams dabei haben. Nach Protesten aus der UEFA, die die Klub-WM als Konkurrenz zur Champions League sieht, sind nun acht Vertreter geplant. Im Streit um Geld und den Einfluss auf die internationalen Wettbewerbe hatte sich zuvor die Europäische Klub-Vereinigung ECA gegen die Pläne von Infantino gestellt.

(SDA)


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