Fleischaktivisten machen Rückzieher

Die Protestaktion der Gruppe Fleisch = Kulturgut findet nicht statt.
Die Protestaktion der Gruppe Fleisch = Kulturgut findet nicht statt. © zVg
Am 6. Januar eröffnet in St.Gallen ein Veganshop – und nicht alle freuen sich darüber. Der Shop erhielt Drohungen eines anonymen Anrufers. Eine Protestaktion wurde angekündigt. Jetzt macht die Gruppe «Fleisch = Kulturgut» einen Rückzieher.

«Protest abgesagt, da du uns bei den Medien verpetzt hast! Fleisch = Kulturgut.» Diese Nachricht erhielt Renato Werndli, Inhaber des St.Galler Veganladens «Vegantasia», kürzlich. Nicht mit Computer oder von Hand geschrieben, sondern mit aufgeklebten Zeitungsbuchstaben. Zuvor hatte die Gruppe angekündigt, eine Protestaktion bei der Eröffnung des Veganshops durchzuführen.

Werndli erhielt einen anonymen Anruf. «Der Anrufer wollte seinen Namen nicht sagen. Er meinte am Telefon nur, er sei vom Verein ‹Fleisch = Kulturgut›, der den Veganläden Druck machen will, indem er demonstriert», erzählt Werndli. Fleisch solle weiterhin im Angebot sein.

«Ich habe keine Angst»

Werndli nimmt’s gelassen: «Ich habe keine Angst. Ich bin überzeugt vom Veganismus und davon, dass wir Veganer sowohl ethisch als auch moralisch auf der besseren Seite sind.»

Fleischaktivisten nehmen St.Galler Veganshop ins Visier – der TVO-Beitrag:

Nun hat die Gruppe «Fleisch = Kulturgut» einen Rückzieher gemacht, wie Renato Werndli mitteilt. «Angesichts des Medienechos hat die Gruppe wohl doch kalte Füsse bekommen. Denn immerhin wäre ihre Aktion nicht ganz legal gewesen, da auch für kleine Kundgebungen selbstverständlich eine Bewilligung nötig wäre», sagt Werndli.

Aktivisten kommen trotzdem

Laut Werndli hat sich auch die Vegan-Gruppe «Autonome TierrechtsaktivistInnen Zürich (Ataz)» angekündigt, um eine Gegen-Demo durchzuführen. «Das hat sich jetzt erübrigt. Ataz kommt aber trotzdem, um für den Veganismus zu werben», sagt Werndli. Dies mit einer kleinen – wie bei den Fleischliebhabern unbewilligten – Kundgebung. Unter anderem sei Tierrechtsaktivistin und Tattoo-Model Sandy A. Peng aus Bregenz dabei.

(red.)


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