«Tante Ju» stürzt bei Flims ab – bis zu 20 Todesopfer befürchtet

Beim abgestürzten Flugzeug handelt es sich um den Typ Ju-52, besser bekannt als «Tante Ju».
Beim abgestürzten Flugzeug handelt es sich um den Typ Ju-52, besser bekannt als «Tante Ju». © pd/Ju-Air
Am Piz Segnas oberhalb von Flims in Graubünden ist am Samstagnachmittag ein Flugzeug des Typs Ju-52 abgestürzt. Der Flug nach Dübendorf war ausgebucht. Es werden bis zu 20 Todesopfer befürchtet.

Etwa um 16.50 Uhr am Samstagnachmittag ist am Piz Segnas in der Nähe von Flims eine Ju-52 abgestürzt, besser bekannt als «Tante Ju». Die Absturzstelle liegt an der Westflanke des Piz Segnas, auf 2540 Metern, wie die Kantonspolizei Graubünden auf Twitter bekanntgab.

Gemäss Blick könnten an Bord bis zu 20 Personen gewesen sein. Wie viele Menschen beim Absturz ums Leben gekommen sind, ist bisher noch nicht bekannt.

Grosse Trauer bei Ju-Air

Die im Kanton Graubünden abgestürzte Maschine war eine Junkers Ju-52 des Baujahrs 1939 der auf Rundflüge spezialisierten Firma Ju-Air aus Dübendorf. Das Unternehmen zeigt sich erschüttert über den Unfall und schreibt auf seiner Internetseite: «Das Team der JU-Air ist tief traurig und denkt an die Passagiere, die Crew und Familien und Freunde der Verunglückten.» Der Flugbetrieb werde bis auf Weiteres eingestellt heisst es weiter.

Ju-Air ist ein Verein von Freunden der schweizerischen Luftwaffe (VFL), der 1981 die drei ausgemusterten Maschinen übernommen hatte. Die Maschinen der Ju-Air werden oft für Alpen-Rundflüge gebucht. Sie starten vom Militärflugplatz Dübendorf.

Die Behörden und die Ju-Air wollen am Nachmittag um 14.00 Uhr weiter informieren.

Hohe Temperaturen mögliche Ursache

Auch über die Gründe des Absturzes, bei dem die Maschine komplett zerstört wurde, ist nichts weiteres bekannt. Laut Spekulationen könnten die hohen Temperaturen dieser Tage etwas damit zu tun haben. Bei warme Luft beeinflusse die Leistung eines Flugzeugs.

Gemäss Leserreportern von Blick soll die Maschine um etwa 16.15 Uhr vom Tenero aus gestartet sein und hätte gegen 17.00 Uhr in Dübendorf landen sollen. Bei der Ju-Air vor Ort kümmere sich ein Care Team um trauernde Angehörige.

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) verhängte eine Luftraumsperre für das Gebiet. Die Unfallstelle wurde während der Nacht bewacht. Drei zivile Helikopter, zwei Rega-Helikopter und ein Grossaufgebot an Rettungskräften standen am Samstagabend im Einsatz.

Weiterer Absturz im Kanton Nidwalden

Am Samstag war ausserdem bei Hergiswil – rund zehn Kilometer südlich von Luzern am Vierwaldstättersee – ein Flugzeug abgestürzt. Eine vierköpfige Familie aus der Region mit zwei minderjährigen Kindern kam dabei ums Leben, wie die Polizei in Nidwalden berichtete.

Lokalisierung der zwei Flugzeugabstürze am Samstag

KEYSTONE/Gerhard Riezler

(red/SDA)


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