Foul an Itten: Liga eröffnet Verfahren

St.Gallens Cedric Itten sitzt während des Spiels gegen den FC Lugano verletzt am Boden.
St.Gallens Cedric Itten sitzt während des Spiels gegen den FC Lugano verletzt am Boden. © Keystone/Gian Ehrenzeller
Nach dem brutalen Foul von Luganos Fabio Daprelà an St.Gallens Stürmer Cedric Itten hat die Swiss Football League ein Verfahren eröffnet. Laut FCSG-Präsident Hüppi hat der Tessiner eine Verletzung bewusst in Kauf genommen.

«Wenn die Liga da nicht einschreitet, kann sie jegliche Fairplay-Aktion in die Tonne schmeissen», sagt FCSG-Sportchef Alain Sutter am Montag gegenüber blick.ch. Und wird erhört: Wie die Swiss Football League bekanntgibt, hat sie wegen des schweren Fouls von Daprelà ein Verfahren eröffnet. Auf den Innenverteidiger des FC Lugano könnten eine Sperre und allenfalls eine Busse zukommen, schreibt tagblatt.ch.

«Traurige Gewissheit» – ein halbes Jahr verletzt

Mit einem rabiaten Foul hatte Daprelá am Sonntag im Kybunpark die Saison von St.Gallens Sturm-Hoffnung Itten vorzeitig beendet. Der Tessiner grätschte den 21-Jährigen nach 55 Minuten mit gestrecktem Bein um. Nach dem Spiel teilte der FC St.Gallen auf Twitter mit: «Traurige Gewissheit. Cedric Itten hat sich nach dem üblen Foul das vordere Kreuzband und das Innenband im rechten Knie gerissen.» Der gebürtige Basler falle mindestens sechs Monate aus. Schon am Sonntagabend kündigte der FC St.Gallen an, «sich weitere Schritte vorzubehalten».

«Körperverletzung und nichts anderes»

Auf dem Platz war der 27-jährige Daprelà nicht gebüsst worden. Fans liessen sich auf Social Media über Schiedsrichter Lionel Tschudi aus. «Körperverletzung und nichts anderes», «Der Lugano-Spieler sollte so lange gesperrt werden, bis Itten weiterspielen kann» und «Daprelà muss hart bestraft werden», war zu lesen.

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Daprelà: «Ich mache dich fertig»

Für Matthias Hüppi, den Verwaltungsratspräsidenten des FC St.Gallen, ist klar: «Daprelà hat eine Verletzung bewusst in Kauf genommen. Es sind ja bereits mehrere Fälle von ihm bekannt», sagt er gegenüber tagblatt.ch. Schon während eines früheren Spiels habe er Itten gesagt, er mache ihn fertig. «Wir werden alles unternehmen, dass diese Geschichte nicht im Sand verläuft», verspricht Hüppi.

Fussballer würden bei der Ausübung ihrer Sportart ein gewisses Risiko in Kauf nehmen, erklärt Anwalt Mirco Ceregato auf Anfrage von tagblatt.ch. «Anders sieht es aus, wenn ein Foul nichts mehr mit dem Spiel an sich zu tun hat und weit entfernt von spielerischem Verhalten ist.» Darunter falle im Fussball etwa ein Faustschlag.

Mediensprecher Daniel Last im Interview mit TVO:

Auch schon Aratore angegriffen

Daprelà war bereits im April dieses Jahres bei einem Spiel gegen St.Gallen negativ aufgefallen. Weil er Aratore in der Nachspielzeit tätlich anging, flog er vom Platz und wurde für drei Spiele gesperrt (FM1Today berichtete).

Itten will stärker zurückkehren

Während die Liga ein Verfahren eröffnet hat, bedankt sich Cedric Itten auf Instagram «für die lieben Worte und Genesungswünsche». Er werde stärker zurückkehren, kommentiert er mithilfe des Hashtags #comebackstronger. Daprelà werde persönlich mit Itten Kontakt aufnehmen, lässt der FC Lugano in einem Statement verlauten.

(lag)


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