Freiwillige für Brückentest gesucht

Von Krisztina Scherrer
Der «Gangeli-Steg» verbindet Bütschwil Untermühle und Ganterschwil Oetschwil.
Der «Gangeli-Steg» verbindet Bütschwil Untermühle und Ganterschwil Oetschwil. © zVg
Es klingt wie ein Scherz: Ein Student sucht Freiwillige, die sich auf eine Brücke stellen, um zu untersuchen, wie gut die Brücke noch hält. Doch Stefan Fässler meint es ernst. Der Belastungstest gehört zu seiner Bachelorarbeit.

Gesucht sind Leute, die sich freiwillig auf den in die Jahre gekommenen und teils rostigen «Gangeli-Steg» stellen. «Für meine Bachelorarbeit wollte ich ein Projekt, das der Gemeinde etwas nützt», sagt der Bütschwiler Stefan Fässler. «Ich habe mir den Steg angeschaut und gemerkt, mein Projekt würde sich hier lohnen.»

Der Steg wurde 1964 gebaut und weist gewisse Mängel auf. «Einfach gesagt untersuche ich, ob es Sinn ergibt, den Steg zu restaurieren oder ob sich ein neuer lohnen würde.» Fässler selber verbindet mit dem «Gangeli-Steg», der Bütschwil Untermühle und Gantschwil Oetschwil miteinander verbindet, Erinnerungen an die Jugend: «Früher war das immer mein Weg zum Bahnhof.»

Bachelorarbeit untersucht Massnahmen

Eigentlich wäre die Geschichte damit auch schon wieder zu Ende, wäre da nicht die eine Sache mit den Freiwilligen. Denn Fässler sucht für die Zustandsaufnahme Leute, die sich auf den Steg stellen, damit er dessen Tragwirkung berechnen kann. In seiner Bachelorarbeit geht es nämlich darum, wie man den «Gangeli-Steg» erhalten kann und welche Massnahmen notwendig sind, damit er die nächsten 25 Jahre hält.

Der «Gangeli-Steg» ist 65 Meter lang. (Bild: zVg)

Für den Belastungsversuch braucht Stefan Fässler, der sein Studium zum Bauingenieur an der Hochschule für Technik in Rapperswil absolviert, zehn bis 20 Leute. «Über 20 Freiwillige wäre noch besser. Die Brücke ist auf 50 Leute ausgelegt.» Wer jetzt denkt, dass es sich um ein gefährliches Unterfangen handelt, muss keine Angst haben: «Mit meinen jetzigen Berechnungen stürzt der Steg während des Tests nicht ein.»

«Mit Menschen ist es einfacher»

Das ganze ist ein statischer Versuch: «Mit einer statischen Last misst man die Durchbiegung der Brücke. Es ist nicht erlaubt auf der Brücke zu ‹gumpen›», sagt der Student. «Mit Menschen ist der Versuch einfacher. Ich müsste das Gewicht sonst selber runterbringen und mit dem Auto kommt man schlecht zum Steg.»

Der Drahtsteg wird am 21. Mai detailliert geprüft. Um ca. 10 Uhr wird der Belastungsversuch gemacht, dafür sind noch Freiwillige gesucht, welche sich während der Messung auf dem Steg positionieren. Für weitere Infos kann man sich direkt bei Stefan Fässler melden (stefan.faessler@hsr.ch).


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