Gefangen im Schwedenofen

Im Rohr eines solchen Schwedenofens war der kleine Vogel gefangen.
Im Rohr eines solchen Schwedenofens war der kleine Vogel gefangen. © iStock
Ein Rotschwänzchen ist am Sonntag in ein Rohr eines Schwedenofens in Arbon gefallen – die Feuerwehr konnte den Vogel befreien. Kein Einzelfall.

Die Feuerwehr Arbon hatte am Sonntagmorgen einen besonderen Einsatz: Sie rettete ein kleines dunkles Vögelchen aus einem Schwedenofen. «Es befindet sich jetzt in der Vogelstation in Kreuzlingen und erholt sich von den Strapazen», sagt Heidy Wartmann vom Tierschutzverein Romanshorn.

Das gerettete Rotschwänzchen muss sich noch erholen, bevor es in die Freiheit entlassen wird.

Das gerettete Rotschwänzchen muss sich noch erholen, bevor es in die Freiheit entlassen wird. (Bild: zVg)

Sie ist dankbar, dass die Feuerwehr unkompliziert geholfen hat. «Wir haben einen Anruf von einer Frau bekommen, die den Vogel im Rohr ihres Schwedenofens flattern gehört hat.» Das Rotschwänzchen ist kein Einzelfall: «Immer wieder verfangen sich Vögel in Kamin- oder auch Abluftrohren», sagt Wartmann.

Dies bestätigt auch Livio Rey, Mediensprecher der Vogelwarte Sempach. «Nicht richtig geschützte Kamineingänge können für Vögel ein Problem sein», sagt Rey. Deshalb hat die Vogelwarte eigens das Merkblatt «Vogelfalle Kamine» herausgegeben. «Wichtig ist, dass die Kamine einen Kaminhut haben, die Vögel davor schützt, in das Rohr zu fallen. Sind sie einmal drin, können sie sich nur noch schwer selber befreien», sagt Rey.

Berührung von Jungvögeln unproblematisch

Meist sitzen die wuschligen Jungvögel wie erstarrt da und regen sich nicht, wenn man ihnen begegnet. Von den Eltern keine Spur und als Finder hat man dann das Gefühl, es mit einem hilflosen, aus dem Nest gefallenen Vogel zu tun zu haben. Doch meistens stimmt das nicht. «Jungvögel bewegen sich schon bevor sie fliegen können ausserhalb des Nests. Am besten man lässt sie in Ruhe und zieht sich zurück», sagt Livo Rey von der Vogelwarte Sempach.

Nur wenn der Vogel sich an einem gefährlichen Ort befindet, zum Beispiel auf der Strasse oder von einer Katze bedroht, sollte man ihn wegbringen. Sie müssen so nahe wie möglich abgelegt werden, damit die Eltern sie wieder finden. «Vögel darf man im Gegensatz zu Säugetieren ohne weiteres in die Hand nehmen, weil sie keinen ausgeprägten Geruchssinn haben», sagt Rey. Nur offensichtlich verletzte Vögel oder Tiere ohne Federkleid sollte man mitnehmen und an der nächstgelegenen Vogelstation abgeben.


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