Gespräch ergebnislos – Streit geht weiter

Seit einigen Wochen ein mediales Dauerthema: die Wigoltinger Schule.
Seit einigen Wochen ein mediales Dauerthema: die Wigoltinger Schule. © Thurgauer Zeitung
Zufriedenstellend aber trotzdem ergebnislos – so lautet das Resumé der IG Schule Wigoltingen zum Gespräch mit der Schulleitung Anfang Woche. Die IG und die Schulleitung hatten sich nach hitzigen Debatten zum Lehrerexodus an der Thurgauer Schule zusammengesetzt, um die Wogen zu glätten.

Wenigstens habe man sich mal aussprechen können. Viel mehr kann Michael Schätzle, Sprecher der IG Schule Wigoltingen vom Gespräch mit der Schulleitung Anfang Woche nicht berichten. «Wir hatten immer wieder erfolglos versucht ein Gespräch zu suchen nun hat das wenigstens geklappt und wir konnten unsere Anliegen vorbringen».

«Nicht so gefruchtet wie erhofft»

Ansonsten sei das Gespräch ergebnislos verlaufen. Die Schulleitung habe sich wohl die Forderungen der IG – der Rücktritt der Schulleiter und eine Aufarbeitung der Geschehnisse durch den Kanton Thurgau – angehört, darauf eingegangen sei sie nicht. «Es hat nicht so gefruchtet, wie wir das gerne gehabt hätten. Das kann man nach einem Treffen aber auch nicht erwarten», sagt Schätzle.

Aufsichtsbeschwerde nicht weiter gezogen

Die IG Schule Wigoltingen, formiert von Eltern von Wigoltinger Schülern, liefert sich an Seiten der Lehrer seit Wochen einen Schlagabtausch mit der Schulleitung. Grund der Streitigkeiten: Ende April kündigten an der Schule sieben von zwölf Oberstufen-Lehrpersonen. Sie erheben schwere Vorwürfe an den Führungsstil der Schulleitung. Diese hingegen glaubt, die Lehrer seien mit Umstrukturierungen im Schulbetrieb nicht klar gekommen.

Es folgen Anschuldigungen beider Seiten in Form von öffentlichen Briefen und Medienmitteilungen, die Forderung nach dem Rücktritt der Schulleitung und eine Aufsichtsbeschwerde beim Kanton. Dieser weist die Beschwerde ab. Beschwerdeführer Michael Schätzle verzichtet auf einen Rekurs. «Es ist einfach zu teuer».

Schulleitung schweigt sich aus

Die Wigoltinger Schulleitung will sich zum Gespräch am Montag nicht äussern. Schriftlich teilt sie mit: «Der Schulbehörde Wigoltingen ist es nach wie vor ein Anliegen, dass die Sekundarschule nicht weiter im medialen Fokus steht. Nur so kann unseres Erachtens etwas Ruhe einkehren und die Bewältigung des innerschulischen Konflikts gelingen».

Eine Bewältigung des Konflikts scheint jedoch noch in weiter Ferne zu liegen. Die Fronten sind nach wie vor verhärtet. Wie Michael Schätzle sagt, dürften wohl keine weitere Gespräch mit der Schulleitung zustande kommen. «Viel bringen würde das nicht».

Wenig Vertrauen in den Kanton

Er hofft nun, dass der Kanton in den Streitigkeiten um den Wigoltinger Lehrerexodus ein Machtwort spricht. Nachdem es im April beim Kanton noch hiess, man könne nichts machen, kündete Regierungsrätin Monika Knill Ende Mai eine Untersuchung durch das Departement für Erziehung und Kultur an. Schätlze freut sich zwar darüber, glaubt aber nicht, dass der Kanton tatsächlich etwas zur Klärung der Streitigkeiten beitragen wird. «Ich hoffe es zwar, glaube aber auch, dass der Kanton die Sache einfach verschlammen lässt».

Kein Ende in Sicht

Gescheiterte Gespräche, wenig Vertrauen in den Kanton und eine abgeschmetterte Aufsichtsbeschwerde – Schätzle und die IG Schule Wigoltingen wollen trotzdem weiterkämpfen. Wie, das wissen sie jedoch noch nicht.

Auch die Wigoltinger Schulbehörde hält an ihren Standpunkten fest. Eine Beilegung der Streitigkeiten ist damit weiterhin – und trotz erstmaligem Gespräch – nicht absehbar.

(mas)

 

 


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