Gnadenhof Luna wehrt sich gegen Vorwürfe

Sarah Seyffert auf ihrem Gnadenhof in Mels. (Archiv)
Sarah Seyffert auf ihrem Gnadenhof in Mels. (Archiv) © Tagblatt/Urs Bucher
Sie würden das Hochwasserschutz-Projekt blockieren und die Gemeinde einklagen: Der Gnadenhof Luna wurde Anfang Juni wegen seiner Einsprache gegen das Projekt im Mülibach beschuldigt. Nun wehrt sich der Gnadenhof, die Einsprache wurde zurückgezogen.

«Wir waren nie gegen eine Überbauung des Mülibachs.» Das schreibt der Gnadenhof Luna in einem langen Statement auf Facebook. Anfang Juli wurde publik, dass der Gnadenhof Luna eine Einsprache gegen das Hochwasserschutz-Projekt am Mülibach in Schwendi eingereicht hat (FM1Today berichtete). Nun will der Gnadenhof Einiges richtig stellen.

Gnadenhof muss Land abgeben

Das Hochwasserschutz-Projekt am Mülibach würde auf dem Weidland des Gnadenhofs errichtet. Dafür will die Gemeinde von den Betreibern das entsprechende Land. «Wir könnten die baulichen Massnahmen auf unserem Grundstück akzeptieren, wenn wir für den entstehenden Verlust der Weiden […] einen adäquaten Ersatz bekämen», schreibt der Gnadenhof. Die Gemeinde Mels habe diesem Landtausch allerdings nicht zugestimmt. So sei nun viel Zeit, Geld und etliche Nerven verschwendet worden, schreibt der Gnadenhof Luna immer wieder in seiner Stellungnahme. «Unverständlich, wie man jetzt gegen uns diesbezüglich eine Hetze betreiben kann.»

Wichtig… !!!

Gepostet von Verein Gnadenhof Luna / Sanctuary Luna Der Gnadenhof für blinde Tiere am Montag, 15. Juli 2019

Schutzprojekt nützt dem Gnadenhof nichts

Das Projekt Mülibach wird auf dem Gelände des Gnadenhofs gebaut, gemäss den Betreibern würde es dem Hof für blinde Tiere allerdings wenig nutzen. Der Hof liegt in der Landwirtschaftszone, das Konzept sieht allerdings einen Schutz für die Bauzone Schwendi und eine Fischzucht vor. 2015 und 2016 haben Unwetter im Gebiet Schwendi grosse Schäden angerichtet, das Hochwasser richtete hunderttausende Franken Schaden an.

Der Gnadenhof kritisiert in seiner Stellungnahme auch, dass die Gemeinde Mels vorab nichts unternommen hat. «Spätestens seit 2012, nachdem die Gefahrenkarte der Naturgefahrenkomission des Kantons St. Gallen vorlag, wäre Handlungsbedarf angezeigt gewesen», schreiben die Betreiber. Allerdings wurden erst nach dem zweiten Hochwasser 2016 Schutzmassnahmen ergriffen.

Zieht der Gnadenhof jetzt um?

Nachdem gemäss der Stellungnahme die Nachbarn, die Gemeinde Mels und ein lokaler Journalist Hetze gegen den Gnadenhof Luna betreiben, überdenken die Betreiber ihre Situation, wie sie auf Facebook schreiben. Weil momentan ein Lager auf dem Hof stattfindet, hatten die Betreiber keine Zeit für eine persönliche Stellungnahme. Auf Facebook schreiben sie jedoch, sie würden über Konsequenzen bezüglich des jetzigen Standortes nachdenken. Seit rund 25 Jahren werden auf dem Gnadenhof Luna blinde Tiere gehalten und betreut.

(enf)


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