«Gopferdeckel» ist dieses Interview gut

Alex Wilson sauglatt im Interview © SRF
Seien wir ehrlich: Interviews mit Sportlern erweitern unseren Horizont im Normalfall nicht gerade. Da werden immer die gleich Phrasen und Floskeln gedrescht. Umso erfrischender ist der junge 200-Meter-Läufer Alex Wilson im Schweizer Team.

Leichtathletik-WM in London. Zuerst wird gesprintet, gestossen und gesprungen, dann werden Interviews gegeben. Und das beste kommt von einem Schweizer. Schweizerdeutsch würde man wohl sagen «De redt, wianem de Schnabel gwachse isch». Alex Wilson ist 26 Jahre alt und macht sich überhaupt keine Gedanken, was er im Interview nach seinem Rennen sagt. Da kommt nichts von wegen «schwankender Leistung» oder «fehlender Effizienz». Da sagt Wilson gerade heraus: «…i bi nur hinnedriigrennt wian chliine Wurm.»

«Ou, das döff me ned am Fernseh säge»

Dass er dabei manchmal schneller spricht, als er nachdenkt, macht ihn umso sympathischer. So sagt er nach seinem letzten Rennen an der Leichtathletik-WM in London. «Hütt hani ned sone harti Serie kaa… aber trotzdem bini driigschissa. Ou, da töffi jo ned am Fernseh säge.»

Gopferdeckel ist sein absolutes Lieblingswort

«Gopferdeckel, i bi mega, mega nervös gsii…» oder «Gopferdeckel, isch schwer gsii…». Wenn Alex Wilson keuchend sein Rennen beschreibt, darf ein Gopferdeckel in fast keinem Satz fehlen. Leider ist der Schweizer an der Leichtathletik-WM ausgeschieden und wird keine Interviews mehr geben. Gopferdeckel!

 

(dac/lae)


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