Graubünden schafft schwarze Liste ab

Der Kanton Graubünden stellt die Führung einer schwarzen Liste ein. (Symbolbild)
Der Kanton Graubünden stellt die Führung einer schwarzen Liste ein. (Symbolbild) © istock
Der Kanton Graubünden schafft die schwarze Liste der Prämienzahler ab. Die Regierung will die Liste der säumigen Prämienzahler nicht weiterführen.

Das geht aus einer Mitteilung der Regierung hervor. Die Verordnung zum Gesetzt über die Krankenversicherung und Prämienverbilligung wird überarbeitet. Das bedeutet, dass die schwarze Liste der säumigen Prämienzahler im Kanton Graubünden nicht weitergeführt wird.

Die Liste erziele nicht die gewünschte Wirkung, schreibt die Regierung. Die Mehrheit der Krankenversicherer unterlasse eine Meldung der Betreibungen, daher werde die schwarze Liste de facto nicht wirklich geführt. Weil die Krankenkassen säumige Prämienzahler nicht einheitlich melden, würde die schwarze Liste zu einer Ungleichbehandlung führen. Ab 1. August 2018 wird die schwarze Liste deshalb aufgehoben.

Die schwarzen Listen der säumigen Prämienzahler sorgten in den letzten Wochen vermehrt für Schlagzeilen. Weil ein HIV-positiver Mann seine Krankenkassenprämien nicht mehr zahlen konnte, wurde seine Therapie nicht übernommen. Ende letzten Jahres starb der Mann in Chur. Die Krankenkasse hatte sich zuvor wegen Prämienausständen geweigert, seine Medikamente zu vergüten.

(red.)


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