Grenzen ausloten, aber auch respektieren

Der Hochseilartist Freddy Nock 2011 vor dem Start auf dem Tragseil der Bergstation der 3303 Meter hohen Corvatschbahn seinen vierten Weltrekordversuch in Folge an.
Der Hochseilartist Freddy Nock 2011 vor dem Start auf dem Tragseil der Bergstation der 3303 Meter hohen Corvatschbahn seinen vierten Weltrekordversuch in Folge an. © KEYSTONE/Arno Balzarini Archiv
Hochseilartist Freddy Nock jagt seit den 90er Jahren einen Rekord nach dem anderen. Seine Familie steht hinter ihm, auch wenn der Tod ein Risiko ist, das er eingeht. Seine nächster Extrem-Rekord ist bereits in Planung.

Vor fünf Jahren hat es der Hochseilartist Freddy Nock (53) zu einem doppelseitigen Eintrag im Guinessbuch der Rekorde geschafft, er ist amtierender Weltmeister im Hochseillaufen und hat unzählige Rekorde gebrochen. Unter anderem lief er 2006 auf dem Seil der Säntis-Schwebebahn den Berg hinauf.

Doch was treibt den Extremsportler und Familienvater an, solche Risiken einzugehen? «Das Gefühl ist einfach einzigartig, wenn man auf einem Seil tausend Meter über dem Boden steht. Man kann es schlicht und einfach nicht genau erklären», sagt der fünffache Familienvater in der FM1-Sendung «Gott und d’Wält».

Aufgeben gehört dazu

Das Motto des Artisten, der in einer Zirkusfamilie im Aargau aufwuchs: Grenzen austesten, aber auch respektieren. Er ist Profi genug, einen Hochseilakt auch mal abzubrechen: Als er 2011 den Thunersee auf dem Seil überquerte, gab er 90 Meter vor dem Ende auf: «Ich habe gespürt, dass etwas mit dem Seil nicht in Ordnung war», sagt Nock. Den Rekord hatte er zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits gebrochen.

Freddy Nock sucht immer wieder neue Herausforderung auf dem Seil. Das Risiko, gerade nach dem Tod des Extremsportlers Ueli Steck in Nepal, ist auch in seiner Familie Thema: «Es ist allen wichtig, dass ich glücklich bin und sie stehen hinter mir, dieses Gefühl ist sehr wertvoll.»

Eine schützende Hand

Nock hat höchst gefährliche Situationen erlebt, zum Beispiel bei einem Auftritt in Russland. Wegen eines technischen Defekts bewegte sich der Kran, der das Seil spannte plötzlich. «Ich hätte abstürzen müssen. In diesem Moment sah ich eine weisse Hand, die mich beschützte. Ich habe das sichere Gefühl, dass mich etwas oder jemand beschützt.»

Solange Nock mit diesem Gefühl auf das Seil geht, wird er weiter machen. Sein nächstes Projekt spielt wiederum in der Superlative: Der Extremsportler plant über Schweizer Berggipfeln auf 5000 Metern Höhe unter einem Heissluftballon zu balancieren, wie er diese Woche dem Privatsender TeleM1 verriet.

Die Beiträge der FM1-Sendung «Gott und d’Wält» zum Nachhören:

(agm)

 


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