Grösste Wespenplage seit 20 Jahren

Die Wespen sind heuer sehr aktiv, weil bereits der Frühling sehr warm war. Ideale Voraussetzungen für die kleinen Insekten.
Die Wespen sind heuer sehr aktiv, weil bereits der Frühling sehr warm war. Ideale Voraussetzungen für die kleinen Insekten. © TVO/Marc Sieger
Die grösste Wespenplage in den letzten 20 Jahren sucht die Ostschweiz heim. Schädlingsbekämpfer haben alle Hände voll zu tun, die kleinen Insekten zu vertreiben.

Gemütlich ein Glacé schlecken, zu Abend essen oder durch die Strassen spazieren. All diese schönen Aktivitäten können momentan durch Wespen getrübt werden. In der ganzen Ostschweiz nisten momentan so viele Wespen, wie schon seit 20 Jahren nicht mehr. Grund dafür ist der heisse Sommer und der bereits warme Frühling. Die gelb-schwarzen Insekten bescheren Schädlingsbekämpfer Daniel Kreienbühl viel Arbeit. Alleine am Montag musste er acht Mal ausrückenl, weil ihm ein Wespennest gemeldet wurde.

Vereisen, nicht vergiften

Beseitigt werden die Tiere mit einem Eisspray. Damit nebelt Daniel Kreienbühl das Nest ein. Die meisten Wespen flüchten daraufhin, nur die wenigsten verfrieren tatsächlich. Auf Gift will der Schädlingsbekämpfer wenn möglich verzichten: «Alleine der Geruch würde Probleme bereiten. Hinzu kommt der Verdünner in Giftsprays, der bei schlechten Umständen zu einem Mottbrand führen könnte.» Nicht zuletzt sei das Trockeneis auch gesünder für die Wespen selber.

Der TVO-Beitrag von Marc Sieger

Wespen sind nicht nur nervig

Hochbetrieb herrscht auch bei der Feuerwehr: In den letzten Jahren mussten die St.Galler Feuerwehrleute pro Jahr rund 120 Mal wegen Wespennestern ausrücken. Dieses Jahr sind es bereits jetzt im August deren 140 Einsätze. «Angefangen hat es schon Ende April, also relativ früh», sagt Kuno Rutz, stellvertretender Zugführer der Berufsfeuerwehr St.Gallen. Hinzu komme, dass die Nester, die im Frühjahr gegründet wurden, nun auch für jedermann mit dem Auge erkennbar seien, sagt der Feuerwehrmann. Die Insekten zu töten, müsse allerdings nicht unbedingt sein. «Vielen Leuten ist gar nicht bewusst, dass Wespen auch nützliche Tiere sind. Wenn sie nicht stören, will man die Tiere doch auch leben lassen.»

(saz/mas)

 


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