Hanf-Eistee tritt gegen Ananas-Kokos an

Von Krisztina Scherrer
Arnold Graf (Produktemanager) und Markus Aeppli (Entwickler) erklären die vier neuen Ice-Tea-Sorten.
Arnold Graf (Produktemanager) und Markus Aeppli (Entwickler) erklären die vier neuen Ice-Tea-Sorten. © FM1Today/Krisztina Scherrer
Er ist in einer blauen oder orangen Verpackung, jeder hat ihn schon einmal probiert oder kennt ihn zumindest: den Kult-Ice-Tea der Migros. Jetzt kommen neue Geschmacksrichtungen auf den Markt. Das Spezielle daran: Die Rezept-Vorschläge kommen von den Kunden.

Der Geschmack von Kräutern weht einem entgegen, links und rechts stehen Maschinen, die man so sonst selten sieht: Wir stehen mitten in der Produktionsstätte der Bischofszell Nahrungsmittel AG («BINA»), die den Kult-Ice-Tea der Migros herstellt.

Der TVO-Beitrag zur Herstellung der neuen Migros-Ice-Teas:

«Wir haben damals, vor 35 Jahren, ganz einfach angefangen», sagt Ruedi Bärlocher, Erfinder des Kult-Ice-Teas, gegenüber FM1Today. «Der damalige Entwicklungschef war auf einer USA-Reise. Als er zurückkam, meinte er, wir sollten diesen Eistee auch probieren und herstellen.» Die Herstellung des Getränks sei vergleichbar, wie wenn man zu Hause ein Teeei benutzt. «Wir haben einfach eine 2000-Liter grosse ‹Teetasse› genommen, Teebeutel ziehen lassen und wieder rausgenommen.»

«Unser Ice Tea schmeckt wirklich nach Tee»

Der Kult-Ice-Tea habe sofort Anklang gefunden und so musste die Firma Bischofszell Nahrungsmittel AG ihre Kapazität rasch steigern. Die «BINA» stellt mittlerweile jährlich 60 Millionen Liter des Erfrischungsgetränks her.

«Wenn man unseren Eistee probiert, hat man auf der Zunge eine leichte Note von Gerbstoffen. Diese Stoffe kommen ursprünglich aus den Teeblättern und genau das unterscheidet uns von anderen Softgetränken», findet Bärlocher. Auch Arnold Graf, Produktgruppenmanager der Bischofszell Nahrungsmittel AG, weiss genau, was den Kult-Ice-Tea von anderen abhebt: «Wir kaufen UTZ-zertifizierte Teeblätter, brühen diese auf und benutzen dabei keine Teekonzentrate – unser Eistee schmeckt wirklich nach Tee und ist kein Softdrink.»

Hanf, Melone oder doch Minze?

Jedes Jahr bringt die Migros in Zusammenarbeit mit der «BINA» eine neue Geschmacksrichtung des Ice Teas auf den Markt. 23 verschiedene Geschmackssorten sind mittlerweile auf dem Markt. Dieses Jahr wurden zum ersten Mal die Konsumenten in den Prozess miteinbezogen: «Bis jetzt haben immer wir bestimmt, in welche Geschmacksrichtung es gehen soll. Jetzt durften unsere Kunden ihre Rezepte und Ideen für den nächsten Kult-Ice-Tea einschicken. Das kam super an», sagt Graf.

Insgesamt wurden 75’000 Vorschläge ausgewertet, um herauszufinden, was überhaupt machbar ist. «Es hatte schon einige verrückte Kreationen darunter, zum Beispiel Schwarztee mit Broccoli und Fenchel», sagt Graf schmunzelnd. Wenig überraschend kamen diese nicht in die engere Auswahl. Die Eistee-Macher suchten die grössten gemeinsamen Nenner. «Wir haben geschaut, welche Früchte und Zutaten am häufigsten genannt wurden.» So entstanden die vier Eistee-Sorten Zitrone-Minze, Kiwi-Wassermelone, Ananas-Kokos und Hanf.

Diese stehen ab dem 6. Mai 2019 für fünf Wochen in allen Migros-Filialen zum Verkauf. «Die Kunden haben gleichzeitig die Möglichkeit, online für ihren Lieblingsgeschmack zu voten. Anschliessend gewichten wir die Votings und die Verkaufszahlen.» Der Gewinner-Eistee wird schliesslich ab Sommer 2019 definitiv eingeführt. Für 1.10 Franken wird es einen Halbliter zu kaufen geben.

Bärlocher und Graf haben übrigens schon einen klaren Favoriten: «Von den vier neuen ist der mit dem Hanfgeschmack mein Favorit», sagt Eistee-Papst Bärlocher. Graf ergänzt: «Hanf und Wassermelone trinke ich am liebsten.»


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