Heftige Attacken auf Biden bei Debatte der US-Demokraten

"Schone mich, Kind": US-Ex-Vizepräsident und Präsidentschaftsanwärter Joe Biden während der TV-Debatte der Demokraten in Detroit.
"Schone mich, Kind": US-Ex-Vizepräsident und Präsidentschaftsanwärter Joe Biden während der TV-Debatte der Demokraten in Detroit. © KEYSTONE/AP/PAUL SANCYA
Der bisherige Favorit unter den demokratischen US-Präsidentschaftsbewerbern, Ex-Vizepräsident Joe Biden, hat sich gegen heftige Attacken seiner Konkurrenten zur Wehr setzen müssen. Bei der zweiten TV-Debatte der Demokraten wurde es für Biden ungemütlich.

Biden versuchte gleich zu Beginn für gute Stimmung zu sorgen. «Schone mich, Kind», sagte der 76-Jährige augenzwinkernd mit Blick auf die 54-jährige Senatorin Kamala Harris. Harris ist eine der schärfsten Kritikerinnen von Biden, und eine seiner grössten Rivalinnen.

Bei der vergangenen TV-Debatte hatten sich die unterschiedlichen Hintergründe der beiden Bewerber um die Kandidatur gezeigt. Harris griff Biden dafür an, sich nicht für eine Massnahme zum Ende der Trennung zwischen Weissen und Schwarzen eingesetzt zu haben, als er in den 1970ern Senator war. Biden kündigte an, er wolle diesmal aggressiver kontern.

Mehrere Mitbewerber konfrontierten Biden während der jüngsten TV-Debatte in der Nacht zu Donnerstag in Detroit mit seiner Vergangenheit in der US-Regierung unter Präsident Barack Obama und kritisierten unter anderem die damaligen Massenabschiebungen illegal eingewanderter Migranten.

Der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio etwa bedrängte Biden mehrfach mit der Frage, ob dieser das Vorgehen im Nachhinein für einen Fehler halte. Auch der Senator von New Jersey, Cory Booker, erklärte mehrfach, Biden könne sich mit Blick auf seine Vergangenheit in der Obama-Administration nicht einfach wegducken.

Biden wich aus und betonte, er sei damals Vizepräsident gewesen, nicht Präsident. Zugleich verteidigte er Obamas Migrationspolitik insgesamt und versicherte, unter ihm würde es keine Massenabschiebungen geben.

Beim Thema Gesundheitspolitik geriet Biden vor allem mit der kalifornischen Senatorin Kamala Harris aneinander, die ihn bereits in der ersten Runde der TV-Debatten Ende Juni sehr unter Druck gesetzt hatte. Sie warf Biden vor, mit seinem Konzept für die Krankenversicherung Millionen Amerikaner aussen vor zu lassen. Biden wiederum hielt Harris entgegen, ihr Gesundheitsprogramm sei unbezahlbar.

Mehr als 20 Demokraten bewerben sich um die Kandidatur bei der US-Präsidentenwahl im November 2020, mehr als je zuvor in der Geschichte der Partei. Angesichts des grossen Bewerberfeldes wurde die zweite Runde der Debatten auf zwei Abende aufgeteilt – mit jeweils zehn Bewerbern. In der Nacht zu Mittwoch hatten bereits die ersten zehn Anwärter in Detroit miteinander diskutiert. Biden liegt in den Umfragen zu den Präsidentschaftsbewerbern der Demokraten seit Wochen vorne.

(SDA)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 500 Zeichen