Hier kannst du Glühwürmchen beobachten

Bei Glühwürmchen handelt es sich eigentlich um Leuchtkäfer.
Bei Glühwürmchen handelt es sich eigentlich um Leuchtkäfer. © iStock
Noch rund einen Monat feiern Glühwürmchen eine Party in Teilen des FM1-Landes. Hier erfährst du, wann und wo du die leuchtenden Insekten beobachten und fotografieren kannst.

Falls du noch nie ein Glühwürmchen gesehen hast, hast du derzeit die Gelegenheit dazu: Die Glühwürmchenzeit erreicht im Juni und Juli ihren Höhepunkt.

Licht für die «Hochzeitsnacht»

Bei den Glühwürmchen – sie wurden von Pro Natura zum Tier des Jahres erklärt – handelt es sich im Grunde genommen um Leuchtkäfer. Die Weibchen leuchten aus einem romantischen Grund: «Sie wollen die Männchen durch kaltes Licht anlocken. Diese sehen das dann und fliegen für die Hochzeit hin», sagt Toni Bürgin, Direktor des St.Galler Naturmuseums. Männchen haben diese Eigenschaft nicht. Sie können nicht leuchten.

Partystäbchen nach dem Beispiel der Leuchtkäfer

Das kalte Licht entsteht aus der Mischung zwischen Eiweiss und einem Enzym. Bürgin: «Im Gegensatz zu Glühbirnen ist diese chemische Reaktion sehr effizient. Fast 100 Prozent der Energie wird in Licht umgewandelt.» Diese Effizienz wird für die Technik genutzt: Der Mechanismus der Glühwürmchen wurde unter anderem kopiert für Tauchstäbe und Knick-Stäbchen an Partys.

Quasi künstliche Glühwürmchen: Knick-Lichter an Partys (Bild: iStock)

«Fotos sind eine Herausforderung»

Leuchtkäfer sind im FM1-Land eine weit verbreitete Insektenart, vor allem in tieferen Tallagen. Um sie sichten zu können, müssen aber gewisse Bedingungen erfüllt sein: Die Tierchen halten sich gerne an Waldrändern, in Böschungen und Pärken auf – überall, wo es kein störendes Kunstlicht gibt und es genügend warm ist. Die ideale Beobachtungszeit ist ab 22.30 Uhr abends.

«Leuchtkäfer zu fotografieren, ist indes eine echte Herausforderung», sagt Bürgin. Auf der Kamera muss eine lange Belichtungszeit eingestellt werden. Blitze übertönen das kalte Licht, so dass man nicht mehr viel von den Glühwürmchen sieht.

Toni Bürgin, Direktor des St.Galler Naturmuseums (Bild: St.Galler Tagblatt)

Natürliches Schneckengift

Übrigens: Glühwürmchen können eingesetzt werden, um Schneckenplagen in Gärten zu bekämpfen. «Leuchtkäfer sind grosse Schneckenjäger und können diese mit einem Giftbiss lähmen. In den Gärten spielen sich ganze Dramen ab.» Glühwürmchen siedeln sich dann im heimischen Garten an, wenn es sich um einen vielfältigen Naturgarten handelt und es kein störendes Kunstlicht gibt.

(hro/lag)


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