Hilft Alkohol bei Fremdsprachen?

Bei einem Bier lernt man neue Leute kennen und kommt sich auch näher.
Bei einem Bier lernt man neue Leute kennen und kommt sich auch näher. © iStock
Wer ein bisschen Alkohol trinkt, kann besser in einer fremden Sprache sprechen. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie.

Wir kennen das doch alle: In den Ferien spricht man plötzlich fast schon fliessend in jeder Sprache, wenn man zuvor ein bisschen Alkohol getrunken hat. Aber stimmt das wirklich? Oder bilden wir uns das nur ein?

Christian Graf, CEO der Sprachreiseagentur Boa Lingua, sagt: «Wir empfehlen unseren Schülern im Ausland einen moderaten Alkoholkonsum. Wenn man zum Beispiel in England in ein Pub geht, kommt man viel schneller in Kontakt mit den Leuten. In solchen Umgebungen lernt man eine Sprache schneller.»

Schöner sprechen dank Alkohol

Jetzt haben wir für diese Theorie sogar den wissenschaftlichen Beweis. Forscher der Universität von Liverpool, der Maastricht Universität und des King’s College in London haben mit 50 Sprachschülern aus Deutschland den Test gemacht. Alle Probanden haben gerade erst in ihrem Studium in Maastricht Niederländisch gelernt.

Den Studienteilnehmern wurden zufällig alkoholische und nicht-alkoholische Getränke verteilt, danach sollten sie sich miteinander unterhalten. Die Gespräche wurden aufgezeichnet und die Fremdsprachenkenntnisse von niederländischen Muttersprachlern bewertet. Das Urteil war klar: Wer Alkohol getrunken hat, hat eine schönere Aussprache.

Auf die Menge kommt es an

Allerdings sollte man jetzt nicht gerade betrunken fremde Sprachen sprechen. Fritz Renner von der Maastricht Universität sagt: «Die Teilnehmer haben nur wenig Alkohol getrunken. Wer mehr trinkt, wird kaum eine bessere Aussprache bekommen.» Beim Versuch bekamen die Studenten entsprechend ihrem Körpergewicht die Menge Alkohol zugewiesen: Ein 70 Kilogramm schwerer Mann trank 460 ml Bier mit 5 Prozent Alkoholgehalt.

Beim nächsten Auslandaufenthalt also ab ins Nachtleben! «Das gehört zur Kultur», sagt Boa-Lingua-CEO Christian Graf. «Im Klassenzimmer lernt man nur den theoretischen Teil.»

(red.)


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