Hitzesommer werden in Zukunft häufiger

Von Nina Müller
Solche Hitzesommer wie dieses Jahr, wird es in Zukunft häufiger geben.
Solche Hitzesommer wie dieses Jahr, wird es in Zukunft häufiger geben. © iStock/Xurzon
Der Hitzesommer legt eine kurze Pause ein. Am Donnerstag zieht eine Kaltfront auf, die das FM1-Land ein wenig abkühlen wird. Auch in den kommenden Jahren ist mit Hitzeperioden zu rechnen. Ein Meteorologe erklärt, weshalb das so ist.

Im Verlauf vom Donnerstag wird eine Kaltfront aufziehen. In der Ostschweiz wird es Abend oder sogar Nacht, bis es abkühlt. «Das Hochdruckgebiet, welches nun seit Wochen über Europa hing, wird langsam abgebaut und somit Platz für eine Kaltfront gemacht», sagt Andreas Asch, Metereologe bei Meteo Schweiz. Das führt zu niedrigeren Temperaturen. Dies ist eine vorübergehende Abschwächung, ob sich nochmals ein Hochdruckgebiet aufbaut, lässt sich noch nicht sagen.

Zusammenhang mit Klimawandel

Der Grund für das langanhaltende Hochdruckgebiet sei das warme Wetter im Frühling und anfangs Sommer. Dadurch wurde der Kontinent immer mehr erwärmt und ausgetrocknet. «Das kann dafür sorgen, dass sich das Hochdruckgebiet immer mehr verstärkt und halten mag», erklärt Meteorologe Asch. Es gibt keine klaren Indizien, dass diese extreme Wetterlage auf den Klimawandel zurückzuführen ist. Die Hinweise deuten aber stark daraufhin. «Die Wahrscheinlichkeit, dass das momentane Wetter und die Klimaerwärmung einen Zusammenhang haben, ist gross», sagt Asch. Deshalb werden in Zukunft Sommer wie dieser immer häufiger.

Mildere Temperaturen werden nicht lange halten

Die milderen Temperaturen werden aber voraussichtlich schon zu Beginn nächster Woche wieder vorbei sein. Dann wird es wieder heiss. «Es sollte aber nicht mehr ganz so heiss werden, wie es die letzten Wochen der Fall war», sagt der Meteorologe. Der grosse Regen bleibt aus. Es kommt in den nächsten Tagen zwar immer wieder zu Gewittern und am Donnerstag sollte es auch einen verbreiteten Niederschlag geben. Das reicht nicht aus, um die Trockenheit aufzuheben. «Uns fehlen zwei Monate Regen», sagt Andreas Asch.

Mit kalten Wickeln und viel Lüften gegen die Hitze

Besonders zu schaffen macht die Hitze älteren Menschen, Patienten im Spital und Babys. Deshalb achten die Betreuer des Pflegeheim Bruggen darauf, dass die Bewohner immer viel trinken. «Unsere Bewohner suchen auch vermehrt Schattenplätze aus», sagt Heimleiter Werner Schläpfer vom Pflegeheim Bruggen. Im Kantonsspital St.Gallen wird mit viel Lüften und kalten Wickeln gegen die Hitze angekämpft. «Wir geben den Patienten bei Bedarf auch leichtere Bettdecken und natürlich achten wir darauf, dass alle genügend trinken», sagt die stellvertretende Leiterin der KSSG-Unternehmenskommunikation, Rosalia Mittelholzer.

Für die Babys hat der Kantonsspital folgende Tipps: Nicht zu warm anziehen und häufiger stillen als sonst. Auch mit Tee kann nachgeholfen werden. «Bis zum ersten Lebensjahr sollten die Babys nie der prallen Sonne ausgesetzt werden. Ihre Haut ist noch nicht genug dick. Weiter empfehlen wir bei dieser Hitze keinen Aufenthalt im Freien von 11 – 15 Uhr», sagt Dr. Andreas Malzacher, Leitender Arzt Neonatologie KSSG. Die Nutzung von Sonnencreme wird bei Babys nicht empfohlen, da Allergiegefahr besteht. Die vielen Chemikalien in der Sonnencreme reizt die zarte Babyhaut sehr.


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