Hochwasserschutz verzögert sich weiter

Nach den Überschwemmungen in den Jahren 2015 und 2016 gibt es im Weisstannental noch immer keinen Hochwasserschutz.
Nach den Überschwemmungen in den Jahren 2015 und 2016 gibt es im Weisstannental noch immer keinen Hochwasserschutz. © TVO
Seit Jahren ist ein Hochwasserschutzbau im Weisstannental nötig. Doch eine Einsprache verhindert das Projekt für den Mühlebach bei Schwendi. Nun liegt der Fall vor dem St.Galler Verwaltungsgericht.

Die Jahre 2015 und 2016 werden die Bewohner in Schwendi nicht so schnell vergessen. Das Hochwasser traf das Dorf mit voller Wucht und hinterliess eine Schneise der Verwüstung. Besonders getroffen wurde auch die Forellenzucht des Ehepaars Gmür.

Einsprecher ist der Gnadenhof Luna

Die Gemeinde Mels plante umgehend ein Hochwasserschutzprojekt, unter anderem soll das Bachbett verbreitert und die Seitenufer mit Steinblöcken verstärkt werden. Eine Einsprache des Gnadenhofs Luna, der selbst vom Hochwasser stark betroffen war, wurde bereits von der Gemeinde und vom Kanton abgewiesen. Doch dieser hat den Fall vor St.Galler Verwaltungsgericht gezogen, wie TVO berichtet. Das heisst, es verstreicht weitere wertvolle Zeit bis das Schutzprojekt realisiert werden kann.

«Wir verstehen nicht, dass unsere Nachbarn so weit gehen», sagt Meinrad Gmür. Und Esther Gmür sagt: «Immer wieder träume ich vom Hochwasser, wie die Schlammlawine kommt und ich davonrennen muss. Wir können jetzt nur hoffen, dass uns Petrus verschont.»

Mels mit 150’000 Franken eingeklagt

Auch die Gemeinde Mels würde gerne das Projekt vorantreiben, ist aber wegen der Einsprache blockiert. Nicht nur das: Zu den Verfahrenskosten hat jetzt auch noch der Einsprecher Gnadenhof Luna 150’000 Franken für die Schäden vom Hochwasser eingeklagt.

Für eine Stellungsnahme stand die Gemeinde Mels am Freitag gegenüber TVO nicht zur Verfügung. Auch beim Gnadenhof Luna wollte niemand vor die Kamera treten. Man wolle zuerst Rücksprache mit dem Anwalt nehmen, hiess es dort.

 

(agm)


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