«Jetzt fühle ich mich grausam müde»

Das Schlimmste für einen Tennisspieler: Roger Federer beim Erklären seiner Niederlage vor den Medien
Das Schlimmste für einen Tennisspieler: Roger Federer beim Erklären seiner Niederlage vor den Medien © KEYSTONE/EPA AELTC/AELTC/FLORIAN EISELE
Nach der Fünfsatzniederlage (nach 2:0-Führung) gegen Kevin Anderson zeigt sich Roger Federer enttäuscht, aber gefasst und selbstkritisch.

Wo haben Sie die Kontrolle über die Partie verloren?
Roger Federer: «Es gab viele kleine Punkte. Als ich den Matchball nicht nutzte? Oder kurz darauf bei 5:5 gebreakt wurde? Ich bin nicht sicher. Ich glaube, man kann es nicht an einem Punkt festmachen, ausser natürlich am Matchball.»

Spielte am Ende auch mentale Müdigkeit eine Rolle?
«Nein, ich fühlte mich gut. Natürlich ist es enttäuschend, zwei Sätze zu verlieren, nachdem man die ersten beiden gewonnen und Matchball hatte. Aber ich kenne das ja, ich weiss, welche Energie ich in einem fünften Satz aufbringen muss. Und ich hatte diese Energie. Jetzt fühle ich mich grausam müde, aber so ist das eben. Es gibt nichts Schlimmeres für einen Tennisspieler, als eine Niederlage erklären zu müssen.»

Wie fühlten sie sich auf dem Platz?
«Es war nicht einer meiner besten Tage, aber die kommen ja auch nicht so oft. Ich fühlte mich von der Grundlinie nicht so gut. Ich startete gut, aber ab dem zweiten Satz gelang es mir nicht mehr, ihn in Bedrängnis zu bringen.»

Sie haben nicht viele schlechte Tage bei Grand Slams.
«Es war kein schlechter Tag, aber durchschnittlich. Die meisten Tage sind durchschnittlich. Gut genug, um dennoch eine Chance zu haben, um zu gewinnen. Wenn es zählte, konnte ich mich nicht mehr steigern, deshalb war es nur Durchschnitt. Anderson spielte sehr gut, aber ich hätte mir gewünscht, ihn noch mehr pushen zu können, damit er noch ausserordentlicher spielen müsste.»

Spielte die Müdigkeit, die Sie nach dem Turnier in Halle gespürt hatten, noch eine Rolle?
«Nein, ich war gut erholt. Ich hatte ein wunderbares Gefühl auf dem Platz, war spritzig und habe mich gut bewegt.»

Sie hatten zuvor die letzten sechs Fünfsätzer gewonnen. Hatten Sie das im Kopf, als Sie in den fünften Satz gingen?
«Ich wusste das nicht einmal. Es war heute auch keine Frage der Fitness. Nicht alle Fünfsätzer sind gleich. Die Ballwechsel waren so kurz. Es war aber auf jeden Fall eine Superleistung von ihm, auch mental nach dem Rückstand. Ich glaube, sein Erfolg beim US Open (letztes Jahr bis in den Final gekommen) hat ihm da sicher geholfen.»

(SDA)


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