Immer mehr «WC-Sünder» in der Ostschweiz

Das vermeintlich harmlose Feuchttüchlein verursacht hohe Schäden.
Das vermeintlich harmlose Feuchttüchlein verursacht hohe Schäden. © istock
Tampons, Feuchttücher aber auch Werkzeuge und Gebisse – in der Ostschweiz werden immer mehr Dinge im WC runtergespült. Dies ist ein grosses Problem für die Kläranlage St.Gallen. Die Abfälle generieren hohe Sachschäden.

Eigentlich wäre es ganz einfach: Ins WC gehört nur WC-Papier. An diese Regel halten sich aber nicht alle Ostschweizer Haushalte. Ein Grossteil spült so einiges im WC runter, wie zum Beispiel Essensreste, Sand oder Stoffresten. Diese WC-Sünden bleiben jedoch nicht unbemerkt. Richard Zublasing, Leiter der Kläranlage in Au, St.Gallen, sieht alles. «Bei uns wird alles angeschwemmt, alltägliche aber auch exotische Sachen wie Werkzeuge, Gebisse, Geld, Kreditkarten oder Handys.»

WC wird zum Mülleimer

Die WC-Sünder meinen es oftmals gar nicht böse. Sie stufen einige Dinge als harmlos ein, die es nicht sind. Ein Feuchttüchlein beispielsweise löst sich nicht gleich schnell auf, wie WC-Papier. Obwohl es biologisch abbaubar ist, dauert dieser Prozess zu lange. Es wird daher im Rechen in der Kläranlage aufgefangen, wie so viele andere Dinge.

Dass das WC immer mehr zum Mülleimer wird, bemerkte auch die Gemeinde Uzwil. In ihrem Amtsblättchen riefen sie ihre Einwohner dazu auf, verantwortungsbewusster mit der Abfallentsorgung umzugehen.

30’000 Franken Schadenskosten

Die vermeintlich harmlosen Abfälle sorgen bei der Kläranlage für hohe Sachschäden. «Die Pumpen vom Kanalnetz können kaputt gehen. Letztes Jahr ist das passiert, das kostete uns 30’000 Franken», sagt Zublasing. Seine Bitte an die Ostschweizer ist darum klar: Alles ausser WC-Papier gehört in den Mülleimer.

(TVO/red.)


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