Junge Töfflifahrerin schleppt drei Velos mit

Ein Velofahrer geriet unter ein entgegenkommendes Auto.
Ein Velofahrer geriet unter ein entgegenkommendes Auto. © Kapo SG
Das musste ja schief gehen: Eine 13-jährige Töfflifahrerin hat in Ebersol im Neckertal drei gleichaltrige Velofahrer mitgeschleppt. Einen links, den anderen rechts und an einem Seil hing ein weiterer, trampelfauler Kollege. Das Resultat: Zwei Velofahrer landeten im Spital.

«Das war tatsächlich ein eher aussergewöhnliches Gespann», sagt Florian Schneider, Sprecher der Kantonspolizei St.Gallen. Die vier 13-Jährigen waren am Freitag in Richtung des kleinen abgelegenen Dörfchens Ebersol im Neckertal unterwegs, das auf einer Anhöhe liegt.

Das 13-jährige Mädchen mit dem Mofa hatte zwar einen gültigen Fahrausweis – mit einer Spezialbewilligung – die Lektion, in der gelehrt wird, dass das Angängen von Mitfahrern verboten ist, hat sie offenbar verpasst. Und auch ihre drei Kollegen hielten sich nicht an die gleichlautende Verkehrsregel für Velofahrer. «Velos und Mofas dürfen nur alleine fahren, anhängen ist verboten», sagt Schneider.

Ein Mofa mit zwei der drei angehängten Velos.

Das Mofa mit zwei der drei angehängten Velos. (Kapo SG)

Ein Jugendlicher hing am Arm auf der linken Seite, der andere auf der rechten Seite der Mofalenkerin; der dritte war an einem Abschleppseil angehängt. Das ging so lange gut, bis ein Auto entgegenkam. Der Jugendliche der auf der Strassenseite mitfuhr, hängte sich daraufhin aus, stiess aber mit dem Velofahrer hinten zusammen, der am Seil mitgezogen wurde. Beide stürzten, ein Velo geriet dabei unter das Auto des 21-jährigen Lenkers. Der Rettungswagen brachte die beiden leicht verletzten Velofahrer in Spitalpflege.

Zwei Verletzte, kaputte Velos und wohl einen Riesenschreck sind das Resultat der gewagten Mitschlepp-Aktion. «Das kann neun Mal gut gehen, aber dann geht es halt schief», sagt Schneider. Die Polizei beobachtet immer wieder solche Fälle, schreitet ab nur insofern ein, dass sie auf das Verbot hinweist.

Weil die Mitschleppaktion aber im Fall Ebersol zu einem Unfall mit Verletzten geführt hat, wird der Fall nun von der Jugendanwaltschaft übernommen. Es könnte also noch ein rechtliches Nachspiel auf die vier Jugendlichen zukommen.

(agm)

 


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