Junge und Nationalteam retten Schweizer Ehre

Die sieben Fahrer des Schweizer Nationalteams an der 83. Tour de Suisse
Die sieben Fahrer des Schweizer Nationalteams an der 83. Tour de Suisse © KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
Die sportliche Bilanz aus Schweizer Sicht an der 83. Tour de Suisse fällt durchzogen aus. Die Ehre retten mit ihren couragierten Auftritten die Jungen und die Fahrer des Nationalteams.

Das beste Einzelresultat gelang den Schweizern zum Abschluss. Mathias Frank klassierte sich auf dem «Alpencircuit» von und nach Ulrichen immerhin auf Platz 4. Es versöhnte den Luzerner vom Team AG2R mit der diesjährigen Schweizer Rundfahrt, nachdem ihm zuvor kein Spitzenplatz vergönnt gewesen war und er auch die Ambitionen in der Gesamtwertung früh hatte begraben müssen.

Vielleicht hätte er sich von Anfang an auf einen Etappensieg fokussieren sollen, resümierte Frank nach seiner zehnten Tour de Suisse. Der 32-Jährige, der als bisher einziger Schweizer für die am 6. Juli beginnende Tour de France aufgeboten worden ist, erhielt spätestens am letzten Tag die Gewissheit, dass seine Form stimmt. «Sonst hätte ich am letzten Tag nicht vorne mitfahren können», so Frank.

Mit seinem 4. Rang in der Schlussetappe über Nufenen-, Gotthard- und Furkapass zeigte sich Frank zufrieden: “Ich habe eigentlich alles richtig gemacht. Ich habe gedacht, dass wir (er und sein Fluchtgefährte Simon Spilak) Hugh Carthy in einer der Abfahrten oder in der Fläche einholen könnten. Doch er zog vorne eine Riesensache ab.”

Den restlichen auf der World Tour engagierten Schweizern gelang resultatmässig ebenfalls kein Exploit, so dass die Einheimischen wie letztmals 2017 ohne Etappensieg blieben. Stefan Küng enttäuschte in den beiden Einzelzeitfahren als Neunter und Siebter. Der bald 39-jährige Michael Albasini konnte nicht verbergen, dass seine Zeit an der Weltspitze wohl abgelaufen ist. Dem einstigen Etappenjäger gelang auch an der Tour de Suisse kein zählbares Resultat. Für ihn dürfte es schwierig werden, 2020 noch einmal einen Vertrag auf der World Tour zu erhalten.

Positiv in Szene setzten sich dagegen die Jungen um Marc Hirschi, der sein Potenzial mehrmals andeutete, und Gino Mäder sowie vor allem die Fahrer des Schweizer Nationalteams. Patrick Schelling klassierte sich in der Gesamtwertung als bester Schweizer im 11. Rang (5:38 hinter Gesamtsieger Egan Bernal), Fabian Lienhard sprintete als 8., 10. und 7. dreimal in die Top 10 und Claudio Imhof fuhr nach seinem Solo-Ritt am zweiten Tag in Langnau fast die ganze Woche als Leader der Bergpreis-Wertung durch die Schweiz.

Dank der starken Vorstellungen beendete Swiss Cycling die Tour de Suisse auf Platz 6 der Teamwertung. Das ist ein mehr als respektables Ergebnis, wenn man bedenkt, dass keiner des Septetts je zuvor eine Tour de Suisse bestritten hat und mit Ausnahme von Schelling und Simon Pellaud keiner Erfahrungen auf höchster Ebene vorzuweisen hatte.

(SDA)


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