Kambundji ist in Topform

Mujinga Kambundji stellte ihre beneidenswerte Form zuletzt am Montag in Luzern unter Beweis
Mujinga Kambundji stellte ihre beneidenswerte Form zuletzt am Montag in Luzern unter Beweis © KEYSTONE/URS FLUEELER
Mujinga Kambundji befindet sich in Topform. Insofern ist der 26-jährigen Bernerin auch an den Schweizer Meisterschaften von heute und Samstag in Zofingen einiges zuzutrauen.

«Im Moment geht es sehr gut», hatte Kambundji nach dem Sieg über 100 m und dem 2. Platz über 200 m am vergangenen Montag beim gut besetzten Meeting Spitzenleichtathletik Luzern gesagt. Nun will sie in Zofingen für weitere Highlights sorgen. Über 100 m stellt sich nicht in erster Linie die Frage, ob sie zum achten Mal in Serie und zum neunten Mal insgesamt den SM-Titel holt, sondern, ob es ihr gelingt, erstmals unter elf Sekunden zu laufen. Kambundji macht keinen Hehl daraus, dass sie diese magische Marke in diesem Jahr unbedingt schaffen möchte, am liebsten noch vor den Europameisterschaften in Berlin (7. bis 12. August). Am vorletzten Donnerstag in Lausanne fehlten ihr mit 11,03 Sekunden vier Hundertstel.

Ein Nachteil in Zofingen könnte sein, dass Kambundji nicht bis zum Letzten gefordert werden dürfte, obwohl Ajla Del Ponte (Bestzeit 11,21) und Salomé Kora (11,26) grosse Fortschritte gemacht haben. Gerne würde Kambundji auch den Schweizer Rekord über 200 m in ihren Besitz bringen. Die Bestmarke hält mit 22,38 Sekunden Lea Sprunger. In Luzern näherte sich die Hallen-WM-Dritte über 60 m bis auf einen Zehntel dieser Zeit.

Lea Sprunger läuft über 400 m Hürden. Unmittelbar nach dem Rennen in Luzern war die 28-jährige Waadtländerin unschlüssig gewesen, ob sie in ihrer Paradedisziplin starten soll. Sie kam mit Trainer Laurent Meuwly aber zum Schluss, dass es Sinn macht, noch zwei Rennen auf dieser Strecke zu absolvieren. Zwar ist die EM-Dritte von 2016 mit den an der Athletissima erzielten 54,79 Sekunden die Nummer 1 in Europa in diesem Jahr, dennoch hatte sie sich eine bessere Zeit erhofft. Nach den 54,92 Sekunden in Luzern wirkte sie gar etwas ratlos. Nun will sie beweisen, dass es schneller geht, und nach Möglichkeit den 27-jährigen Schweizer Rekord von Anita Protti (54,25) auslöschen.

Auch bei den Männern liegt eine nationale Bestmarke im Bereich des Möglichen. Eine solche hat Alex Wilson seit Anfang Juni gleich dreimal über 200 m aufgestellt. Aktuell liegt sie bei 20,25 Sekunden. Der gebürtige Jamaikaner ist allerdings mit 20,23 Sekunden schon einmal schneller gelaufen bei regulären Bedingungen, nämlich vor einem Jahr an den Schweizer Meisterschaften in Zürich. Er war damals nach einem Fehlstart unter Protest gestartet und wurde nachträglich disqualifiziert. Insofern hat Wilson über diese Distanz noch eine Rechnung offen. Der 27-jährige Basler, der wegen Schmerzen in der Kniekehle für Luzern Forfait erklärt hat, geht auch über 100 m als Favorit an den Start.

Bezüglich EM-Tickets wird in Zofingen nicht mehr viel passieren. Bereits 49 Athletinnen und Athleten erfüllten in mindestens einer Disziplin die Limite. 32 von ihnen wurden bereits für Berlin selektioniert, fünf nehmen nicht an der EM teil, vier von ihnen aus Verletzungsgründen.

Eine weitere Absage liegt im Raum. Es ist mehr als fraglich, ob Kariem Hussein rechtzeitig fit wird. Dem Europameister über 400 m Hürden von 2014 macht der Ischiasnerv zu schaffen. Er ist seit dem Diamond-League-Meeting Anfang Mai in Doha kein Rennen mehr gelaufen. Ausserdem steht das Medizinstudium kurz vor dem Abschluss, sodass er doppelt gefordert ist. Neben Hussein fehlen in Zofingen von den nationalen Aushängeschildern auch Stabhochspringerin Nicole Büchler, die ein Kind erwartet, und Hürdensprinterin Noemi Zbären, die wegen Schmerzen im Hüftbereich in diesem Jahr keine Wettkämpfe bestreiten kann. Die am Fuss verletzte Stabhochspringerin Angelica Moser entscheidet kurzfristig über die Teilnahme.

(SDA)


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