Aktivisten melden Festsetzung

Ausgangssperre in Srinagar: Ein Mann liest vor einem geschlossenen Geschäft in der Sommerhauptstadt von Jammu und Kashmir eine Zeitung.
Ausgangssperre in Srinagar: Ein Mann liest vor einem geschlossenen Geschäft in der Sommerhauptstadt von Jammu und Kashmir eine Zeitung. © KEYSTONE/EPA/FAROOQ KHAN
Nach der Aberkennung der Autonomierechte für die indische Kaschmir-Region sind in dem Gebiet Aktivisten zufolge Hunderte Lokalpolitiker, Separatistenführer und deren Helfer festgesetzt worden.

Inzwischen würden mindestens 400 Menschen in Hotels, Gästehäusern, Regierungsgebäuden und Privathäusern festgehalten, schrieb das Nachrichtenportal «India Today» am Donnerstag unter Berufung auf Aktivisten. Die Polizei bestätigte der Nachrichtenagentur DPA, dass politische Führer unter Hausarrest genommen worden seien, zu der Anzahl gab es keine Angaben.

Hintergrund der Krise ist die umstrittene Entscheidung der indischen Regierung, der Region Jammu und Kaschmir den Sonderstatus zu entziehen. Damit will Neu Delhi die mehrheitlich von Muslimen bewohnte Region stärker in das mehrheitlich hinduistische Indien integrieren. Viele Kaschmirer sind dagegen. Der Schritt sorgte auch für eine neue Krise mit dem Nachbarn Pakistan.

Der Konflikt um Kaschmir dauert bereits mehr als 70 Jahre. Seitdem Britisch-Indien im Jahr 1947 unabhängig und in Indien und Pakistan geteilt wurde, streiten die beiden Länder um die gesamte Herrschaft über die Region und führten Kriege. Beide Atommächte beherrschen jeweils einen Teil von Kaschmir, ein weiterer Teil gehört zu China.

Die bisherige Autonomieregelung sicherte der indischen Kaschmir-Region unter anderem eine eigene Verfassung und Flagge sowie weitgehende Kompetenzen zu – mit Ausnahme der Aussen- und Verteidigungspolitik sowie der Telekommunikation.

(SDA)


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