«Kein Grund, grosse Töne zu spucken»

Peter Zeidler möchte mit dem FCSG viel erreichen, bleibt aber realistisch.
Peter Zeidler möchte mit dem FCSG viel erreichen, bleibt aber realistisch. © TVO
Gestern Montag hatte Peter Zeidler seinen ersten Arbeitstag als Cheftrainer des FC St.Gallen. Der 55-jährige Deutsche träumt schon von der Europa League – warnt aber gleichzeitig davor, zu ehrgeizig zu sein.

Als der Verwaltungsrat des FC St.Gallen vor rund einem Monat den Nachfolger von Giorgio Contini (44) vorstellte, sagte Verwaltungsratspräsident Matthias Hüppi, Peter Zeidler sei «eine Persönlichkeit, die uns imponiert». Der Coach, der zuletzt für den französischen Club Sochaux arbeitete, bringe alles mit, was den Espen gut tut: Persönlichkeit, Sozialkompetenz, Fussballkompetenz und die nötige Lebenserfahrung.

Zeidler verspricht kein «Offensivspektakel»

Diese Komplimente seien eine «Motivation, sich anzustrengen», sagt Peter Zeidler am Montag auf dem TVO-Sofa. In den letzten Wochen war die Rede davon, unter dem Mann aus Schwäbisch Gmünd würden die Espen ein «Offensivspektakel» bieten. «Ich denke, es ist nicht der richtige Moment, das zu versprechen. Wichtig ist, behutsam und zurückhaltend und gleichzeitig mit viel Begeisterung ranzugehen.» Das Ende der vergangenen Saison sei für den FC St.Gallen «nicht ganz so einfach» gewesen. «Es gibt keinen Grund, grosse Töne zu spucken», meint der 55-Jährige.

Besteht der FCSG die Qualifikation, hat er die Chance, europäisch zu spielen. «Natürlich haben wir Träume – in Mailand, Deutschland oder gegen Atalanta Bergamo zu spielen», sagt der frühere Französischlehrer zur Europa League. Betont aber auch: «Wir haben uns auf die Meisterschaft zu konzentrieren.»

Während die Vereinsführung gerne davon spricht, eine Platzierung in der «Top Five» der Super League sei wünschenswert, sieht Zeidler dies entspannter. «Mein persönliches Ziel ist es, so gut wie möglich zu sein. Es kann aber auch mal sein, dass wir auf dem sechsten, siebten oder achten Platz sind.»

«Fussball hat Bedeutung»

Peter Zeidler hat sein geliebtes Frankreich verlassen, um in den kommenden Jahren in der Ostschweiz zu leben. Beim FC St.Gallen hat er einen Dreijahresvertrag unterschrieben. «Es war keine einfache Entscheidung.» Aber die richtige, wie der Deutsche betont. Er kenne die Grün-Weissen von seinen Besuchen im Stadion, vom Fernsehen und aus seiner Zeit als Sion-Trainer. Zeidler lobt die Atmosphäre im Kybunpark: «Hier hat der Fussball eine Bedeutung.» Ausserdem sei der Club gut strukturiert.

Wie Peter Zeidler nach seiner Entlassung über den FC Sion denkt, erfährst du im TVO-Talk:

Diese Woche startet der FC St.Gallen seine «Espen Tour» durch das FM1-Land. Unter anderem stehen Trainingsspiele gegen den FC Bazenheid, den FC Brühl und den FC Bad Ragaz an – dies während des Trainingslagers im Grand Resort Bad Ragaz. Ernst gilt es am 21. Juli im Basler «Joggeli» mit dem Start der neuen Saison.

(lag)


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