Keine Angst, der Rasen wird wieder!

Von Fabienne Engbers
Braune Rasen und dürre Pflanzen - der trockene Sommer hat im Garten seine Spuren hinterlassen. (Symbolbild)
Braune Rasen und dürre Pflanzen - der trockene Sommer hat im Garten seine Spuren hinterlassen. (Symbolbild) © iStock
Mehrere Wochen ohne Regen haben aus unseren saftig-grünen Gärten braune Dürrewüsten gemacht. Wer jetzt um seinen Rasen bangt, kann beruhigt schlafen. Mit ein bisschen Pflege wird die Wiese wieder grün.

Heiss, heisser, Sommer 2018. Die Bäche liegen trocken, der Bodensee ist an gewissen Stellen auf einem Rekordtief. Die Äpfel sind einen Monat früher reif als normal und die Garten-Liebhaber müssen ihre gepflegten Buchsbäume und den englischen Rasen der Natur überlassen. Wegen der anhaltenden Trockenheit haben viele darauf verzichtet, den Rasen zu tränken, aus einer grünen Spielwiese wurde ein braunes Staubfeld.

Vertikutieren, nachsäen, düngen, fertig

Ein Rasen hat tiefe Wurzeln. Auch wenn er braun ist, wird er nächstes Jahr wieder schön nachwachsen. «Wenn man nächstes Jahr wieder einen schönen Rasen möchte, empfiehlt es sich, den Rasen zu vertikutieren, nachzusäen und dann zu düngen. Dann kommt er wieder perfekt», sagt Martin Meier von Raduner Gartenbau in Winden.

Pflanzen noch nicht aufgeben

Auch Blumen und Kräuter im Topf sollte man noch nicht aufgeben, auch wenn die eine oder andere Pflanze den verwelkten Kopf hängen lässt. «Pflanzen sollte man wässern und düngen, verdorrte Äste oder Zweige herausschneiden und dann gibt es eine grosse Chance, dass die Pflanze nächstes Jahr wieder kommt», sagt Martin Meier. Auch wenn es jetzt nicht so aussieht, sind viele Pflanzen beständiger als man meint und mit ein wenig Geduld wachsen sie im nächsten Jahr wieder. Dies bestätigt auch René Speck vom Gartencenter Roth Pflanzen in Kesswil. «Wenn die Blätter grün sind, ist alles in Ordnung. Sind sie dürr, schaut man sich die Rinde an. Wenn diese straff und voll ist, ist es gut – wenn die Rinde eindürrt, ist das schlecht.» Ausserdem gebe es Pflanzen, die ganz dürr sind, dann aber vom Boden her wieder ausschlagen und nochmals wachsen.

Geduld ist gefragt

Wichtig ist, dass man jetzt den Kopf nicht hängen lässt, sondern abwartet und schaut, was geschieht. «Spätestens, wenn die Pflanze im nächsten Frühjahr nicht mehr austreibt, ist sie tot», sagt Martin Meier.

«Jetzt heisst es, abwarten und Tee trinken», sagt auch René Speck. Treibt eine Pflanze in ein paar Wochen wieder aus, kann diese dann zurechtgestutzt werden. Dürre Äste sollten dann entfernt werden, damit neue nachwachsen können.

Gartenbau profitiert vom heissen Sommer

Die Gartenbauer haben den Rekordsommer gut nutzen können, die Trockenheit hat sie bei ihrer Arbeit kaum behindert. «Im Bau war es optimal, weil es immer trocken war», sagt Meier. «Wo man wässern konnte, war dieser Teil etwas aufwendiger, manch eine Pflanze stand etwas komisch in der Landschaft.» Es brauche auch in den kommenden Wochen noch zusätzlichen Aufwand, um die Pflanzen und den Rasen wieder auf Vordermann zu bringen.

Bei Roth Pflanzen hat man eine eigene Pumpe, die direkt Wasser vom Bodensee hochpumpt. Dadurch konnte das Pflanzencenter normal wässern. «Wir geben so viel Wasser, wie es nötig ist. Pflanzen brauchen im Allgemeinen sehr viel Wasser, deshalb haben wir unser eigenes Pumpwerk», sagt Speck.


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