Keine Ausnahme für Alain Berset

Bundesrat Alain Berset eröffnet die neue Ausstellung des Stiftsbezirks.
Bundesrat Alain Berset eröffnet die neue Ausstellung des Stiftsbezirks. © FM1Today/Dario Brazerol
20 Sekunden. Nicht mehr und nicht weniger. So lange kann man in der neuen Ausstellung des St.Galler Stiftbezirks den Klosterplan betrachten. Das Dokument untersteht strengen Sicherheitsvorschriften. Dabei wird auch für einen Bundesrat keine Ausnahme gemacht.

«Es geht gleichzeitig sehr schnell aber auch sehr lange. Wenn man weiss, dass der Plan nur für 20 Sekunden belichtet wird, ist man gut vorbereitet», sagt Bundesrat Alain Berset bei seinem Besuch am Freitag in St.Gallen. Er ist es, der das Fest zur Eröffnung des umgebauten Ausstellungssaals des Stiftsarchivs einläutet. Neben frühmittelalterlichen Urkunden wird dort als Highlight das Original des St.Galler Klosterplans gezeigt – dies aber jeweils nur für 20 Sekunden.

«Müssen in die Zukunft blicken»

Diese kurze Präsentationsdauer hat ihren Grund: Zu viel Licht könnte dem Dokument aus dem 9. Jahrhundert schaden. Zum ersten Mal wird der Plan nun einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Alain Berset ist begeistert von dem Stück Geschichte: «Es erinnert uns daran, dass es seit einer sehr langen Zeit, sehr viel Leben in St.Gallen gibt. Unsere Wurzeln, unsere Geschichte und unsere Vergangenheit sind uns Schweizern sehr wichtig. Wir dürfen diese Vergangenheit nicht vergessen, müssen aber auch in die Zukunft blicken.»

Nur während 20 Sekunden wird der Klosterplan belichtet.(Bild: KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Weiter betont Berset, dass die Stadt St.Gallen als Weltkulturerbe einen wichtigen Stellenwert in der Schweiz einnimmt: «St.Gallen ist ein wichtiger Ort für die ganze Schweiz, da die lange Geschichte der Stadt sehr gut dokumentiert ist.» Auch die Stiftsbibliothek, welche seit 2018 jährlich 250’000 Franken vom Bund erhält, sei ein Beweis für die grosse Wichtigkeit von St.Gallen.

«Kulturelle Vielfalt macht die Schweiz aus»

Nichtsdestotrotz sei es für Berset erschreckend, wie wenige Touristen aus der Romandie in die Ostschweiz reisen: «Allerdings reisen auch relativ wenige Ostschweizer nach Genf. Dabei dürfen wir nie vergessen, was die Schweiz ausmacht. Es ist die kulturelle Vielfältigkeit unseres Landes. Um den Austausch zwischen den Regionen zu fördern arbeiten wir beispielsweise an Schüleraustauschen.» Für den Bundesrat endet der Besuch in St.Gallen mit einem festlichen Empfang im Pfalzkeller und ganz im Sinne der kulturellen Vielfalt singt ein Kinderchor auf deutsch und französisch.

Am Samstag, 13. April 2019, findet im Stiftsarchiv ein Tag der offenen Tür statt. Von 10 bis 17 Uhr können alle Ausstellungen kostenlos besichtigt werden.

(dab)


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