Keine Zukunft für Berufsfischer

«Deutschland muss auch etwas unternehmen», sagt Reto Leuch, Präsident Schweizerischer Berufsfischerverband.
«Deutschland muss auch etwas unternehmen», sagt Reto Leuch, Präsident Schweizerischer Berufsfischerverband. © Screenshot TVO
Im Bodensee gab es letzten Sommer so wenig Fische wie seit Jahren nicht mehr. Ein Grund dafür sind die gefrässigen Kormorane aus Deutschland. Sie machen den Berufsfischern das Leben schwer.


So leer waren die Fischernetze schon lange nicht mehr. Statt 500 Tonnen ziehen die Fischer 2017 nur 300 Tonnen aus dem See. Das ist das zweitschlechteste Fangergebnis seit 80 Jahren. Grund dafür ist zum einen der niedrige Phosphatgehalt im Wasser, durch den den Fischen wichtige Nährstoffe fehlen. Zum anderen sind es die hungrigen deutschen Kormorane, die die Fischbestände wegfressen.

Kormorane fressen Fische

Die Schweiz und Österreich haben den Kormoran verjagt, Deutschland jedoch hat bisher nichts gegen den gefrässigen Vogel getan. «Diese Vögel sind nicht dumm. Sie brüten nun halt auf der anderen Seite des Sees», sagt Reto Leuch, Präsident des Schweizerischen Berufsverbands. «Jetzt ist Deutschland gefragt, dass sie auch etwas unternehmen.»

Keine Zukunft am Bodensee

Die Regierung im Baden-Württemberg geht nicht gegen die Kormorane vor, weil sie sagt, dass es keinen kausalen Zusammenhang zwischen dem Fischbestand und den Kormoranen gebe. Wird Deutschland seine Meinung nicht ändern, sieht Leuch eine düstere Zukunft für seinen Berufsstand: «Der Berufsfischer, der nur vom Fischen lebt, wird am Bodensee aussterben.»

Mehr zum Thema im TVO-Beitrag:


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