Kinder-Skigebiet braucht dringend ein Seil

Das Skigebiet Lantsch/Lenz braucht dringend 30'000 Franken für ein neues Skilift-Seil.
Das Skigebiet Lantsch/Lenz braucht dringend 30'000 Franken für ein neues Skilift-Seil. © zVg
Das Skigebiet Lantsch/Lenz bei der Lenzerheide braucht Geld. Das Seil des Skiliftes muss dringend ersetzt werden. Dafür sammeln die Betreiber des winzigen Skigebiets nun Geld per Crowdfunding.

«Wir haben einen kleinen Skilift, der mittlerweile 40 Jahre alt ist», sagt Markus Pieren, Verwaltungsratspräsident des Skigebiets Lantsch/Lenz. Wobei «Skigebiet» womöglich ein bisschen zu hoch gegriffen ist. Lantsch/Lenz hat nur einen einzigen Skilift und hat sich ganz den Kindern verschrieben. Auf knapp einem Kilometer Piste können die kleinsten Skibegeisterten ihre ersten Geh-, respektive Rutschversuche auf zwei Brettern machen.

Verwaltungsratspräsident Markus Pieren. (Bild: zVg)

Doch die Zukunft des kleinen Skigebiets ist in Gefahr.

Skilift muss dringend repariert werden

«Wir brauchen 30’000 Franken, um das Seil unseres Tellerliftes zu ersetzen. Das wollen wir durch Crowdfunding erreichen», sagt Pieren. Das Problem sei der Zustand des hoch komplexen, 25 Millimeter breiten und etwa zwei Kilometer langen Seils. «Im Seil sind Ritzen, die nach einiger Zeit reissen können. Je älter das Seil ist, desto mehr Risse können entstehen», erklärt Pieren. Der Zustand des Zugseiles wird jedes Jahr durch eine Fachperson geprüft. Doch jetzt sei das Seil am Ende seiner Lebenszeit angelangt. Grundsätzlich müsste das Skigebiet die nötigen Rücklagen für eine Reparatur zur Verfügung haben. Doch: «Wir liegen auf einer Höhe, auf der wir in letzter Zeit viel Geld in die Beschneiung der Pisten investieren mussten.» Zudem habe das Skigebiet einen Kiosk und ein Kinderland aufgebaut. «Leider fehlen uns darum jetzt die finanziellen Mittel, das Seil aus eigener Kraft zu ersetzen.»

«Worst Case»: Schliessung

«Wir hoffen, dass wir mithilfe von Gönnern das Seil finanzieren können», sagt Pieren. Die Rückmeldungen der Gäste seien durchs Band gut, seien es Einheimische oder Auswärtige. Das kleine Gebiet werde geschätzt, weil es für Kinder ideal ist. «Eine Schliessung wäre wahnsinnig schade.» Dieses Szenario sei aber der absolute «Worst Case», sagt Pieren. Führe das geplante Crowdfunding nicht zum erwünschten Erfolg, müssten die Verantwortlichen des Skigebiets Lantsch/Lenz auf vermögende Privatpersonen, die Gemeinde oder den Tourismusverein hoffen. «Doch bevor wir irgendwo betteln gehen, versuchen wir, es mithilfe unserer Gönner zu schaffen.» Die Zukunft des Kinderliftes ist Pieren auch ein persönliches, emotionales Anliegen: «Wir wissen, dass junge Menschen immer weniger auf die Piste gehen. Uns ist es wichtig, dass darum die Kinderlifte weiter bestehen können. Bei uns lernt schliesslich der Nachwuchs der grossen Wintersportgebiete das Skifahren.»

Das Skigebiet Lantsch/Lenz besteht aus einem Tellerlift und gut einem Kilometer Piste mit etwa 150 Metern Höhenunterschied. Im Kinderland steht ein sogenannter «Zauberteppich», auf dem die Kinder den Umgang mit einem Lift üben können. Ferner bietet das kleine Gebiet eine Skischule und einen Kiosk mit Sonnenterrasse, von wo aus die Eltern ihren Kindern beim Skifahren zuschauen können. Das Skigebiet Lantsch/Lenz wird ehrenamtlich geführt. Weder der Verwaltungsrat, noch der Betriebsleiter bekommen einen Lohn. Lediglich die Mitarbeiter an den Liften werden auf Stundenbasis entlöhnt – und das auch nur, wenn genügend Schnee zum Skifahren vorhanden ist. Hier geht’s zum Crowdfunding. Hier findest du mehr Infos über das Skigebiet.

(saz)


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